Ukrainisches Paralympics-Team fühlt sich nach Russen-Zulassung verraten
Ukrainisches Para-Team fühlt sich verraten

Ukrainisches Paralympics-Team fühlt sich nach Russen-Zulassung verraten

Das ukrainische Paralympics-Team hat angesichts der Zulassung russischer und belarussischer Sportler unter eigener Flagge für die anstehenden Winterspiele ein deutliches Gefühl des Verrats geäußert. Vor den 14. Paralympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo, die vom 6. bis 15. März 2026 stattfinden, setzt die ukrainische Delegation ihre scharfe Kritik fort.

Schwere Vorwürfe gegen das Internationale Paralympische Komitee

Walleri Suschkewytsch, der Präsident des ukrainischen Paralympischen Komitees, übte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP massive Kritik am Internationalen Paralympischen Komitee (IPC). "Das IPC hat mit seiner jüngsten konkreten Entscheidung die Möglichkeit geschaffen, dieselbe Flagge, die mit ukrainischem Blut getränkt ist, auf dem Gelände der 14. Paralympischen Winterspiele zu hissen", erklärte Suschkewytsch mit deutlichen Worten.

Der ukrainische Para-Chef erinnerte daran, dass das IPC bei den Spielen in Peking vor vier Jahren noch den ukrainischen Kampf für Frieden unterstützt habe, indem es russische und belarussische Sportler ausschloss. "Nun hat das IPC seine Position geändert und sich nicht an die Werte der Menschlichkeit, Demokratie und die Philosophie der internationalen Paralympischen Bewegung gehalten", so Suschkewytsch weiter. Dies stehe im klaren Widerspruch zum paralympischen Slogan 'Frieden für alle'.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ukrainische Delegation reist trotz allem nach Italien

Trotz der kontroversen Entscheidung wird die Ukraine mit einer umfangreichen Delegation zu den Winterspielen nach Norditalien reisen. Insgesamt werden 36 Sportlerinnen und Sportler, 22 Trainer sowie weitere Betreuer die ukrainische Mannschaft bilden. "Wir sind hier! Und wir bleiben ein wichtiger Teil der internationalen Paralympischen Bewegung", betonte Suschkewytsch und unterstrich damit die Bedeutung der Teilnahme als symbolisches Zeichen.

Die Zulassung erfolgte durch sogenannte Bipartite-Plätze (Wildcards), über die am Dienstag sechs russische und vier belarussische Athleten für die Spiele zugelassen wurden. Während heimische Regierungsvertreter einen Boykott ankündigten, entschied sich das ukrainische Paralympische Komitee für die Teilnahme.

Schwierige Vorbereitung unter Kriegsbedingungen

Die sportlichen Erwartungen sind nach dem zweiten Platz im Medaillenspiegel von Peking 2022 allerdings deutlich gedämpft. "Im Vergleich zu Peking befindet sich das Team heute in einer sehr schwierigen Situation", erklärte der aus der Heimat geflüchtete Präsident des ukrainischen Paralympischen Komitees.

Die Vorbereitung auf die Winterspiele fand unter extremen Bedingungen statt:

  • Das Team musste statt unter friedlichen Bedingungen diesmal "unter Bomben und ständigem Beschuss" trainieren
  • Die finanziellen Mittel wurden um mehr als die Hälfte gekürzt
  • Die psychische Belastung durch den anhaltenden Krieg ist enorm

Sportliche Erfolge als Zeichen der Hoffnung

Trotz aller Widrigkeiten hofft Suschkewytsch auf sportliche Erfolge als wichtiges Zeichen für die Heimat. "Die heutigen Siege der ukrainischen Paralympioniken sind Geschichten, die für unsere vom Krieg betroffenen Menschen besonders wichtig sind", sagte der Para-Chef. Diese Erfolgsgeschichten der Paralympics-Athleten würden den Menschen in der Ukraine ein Vorbild geben und ihnen die Möglichkeit bieten, ins Leben zurückzukehren.

Abschließend betonte Suschkewytsch, dass die Ukraine weiterkämpfen werde, um die Nationen im Kampf gegen den Krieg zu vereinen. Die Teilnahme an den Paralympischen Winterspielen stellt damit nicht nur einen sportlichen, sondern auch einen politisch bedeutsamen Akt der Standhaftigkeit dar.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration