Weißflog: Deutsche Skispringer als befreite Gold-Jäger bei Olympia
Vor dem Beginn der Skisprung-Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen in Predazzo äußert sich die deutsche Legende Jens Weißflog zu den Chancen des DSV-Teams. Der viermalige Tourneesieger sieht die deutschen Athleten in einer ungewöhnlichen, aber vielversprechenden Position.
Die Rolle des Außenseiters als psychologischer Vorteil
„Wenn die Erwartungshaltung und der Gedanke, dass ich jetzt etwas Großes abliefern muss, plötzlich nicht mehr da sind, bist du befreiter“, erklärte Weißflog in einem Interview. Die deutschen Springer treten nach durchwachsenen Wochen seit dem Jahreswechsel als Außenseiter zur ersten Entscheidung von der Normalschanze am Montag an. Diese Situation könnte sich laut dem Experten als strategischer Vorteil erweisen.
Weißflog betonte: „Klar sind die Technik und das Material wichtig, aber die Psyche spielt eben auch mit.“ Der ehemalige Weltklasse-Athlet beschrieb einen möglichen mentalen Umschwung: „Manchmal legt das einen Schalter um. Ein Psychologe kann das besser erklären, wie das funktioniert, man selbst kann es eher nur erahnen.“
Medaillenhoffnungen für das DSV-Duo
Im Fokus der deutschen Mannschaft stehen insbesondere zwei Athleten. „Philipp Raimund und Felix Hoffmann können, wenn es gut läuft, sicher eine Medaille im Blick haben“, analysierte Weißflog. Gleichzeitig wies er auf den unterschiedlichen Druck hin, dem verschiedene Springer ausgesetzt sind: „Von Domen Prevc verlangt dagegen jeder zweimal Gold. Alles drunter wäre für viele schon eine Enttäuschung.“
Die erste olympische Entscheidung findet am Montagabend in Predazzo statt. Während andere Nationen unter hohem Erfolgsdruck stehen, könnten die DSV-Adler ihre Außenseiterrolle nutzen, um überraschend auf das Podest zu springen. Jeder Athlet habe laut Weißflog seine individuelle Zielstellung im Team, doch die reduzierte Erwartungshaltung von außen schaffe möglicherweise die ideale mentale Grundlage für Höchstleistungen.



