Deutsche Paralympics-Mannschaft nimmt an Abschlussfeier in Cortina teil
Die Winter-Paralympics in Italien nähern sich ihrem feierlichen Ende. Im Gegensatz zur Eröffnungsfeier in Verona wird die deutsche Mannschaft an der Abschlusszeremonie in Cortina d'Ampezzo mit Sportlern teilnehmen. Diese Entscheidung wurde vom Deutschen Behindertensportverband (DBS) bekannt gegeben.
Unterstützung für die Athleten im Mittelpunkt
Idriss Gonschinska, Vorstandsvorsitzender des DBS, betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Unser Anliegen ist es, für die Athleten da zu sein, sie beim Erreichen ihrer Ziele und auch beim Ausdruck ihrer Haltung zu unterstützen.“ Nach jahrelanger harter Vorbereitung und am Ende einer solchen paralympischen Veranstaltung wollen die Sportler den Ausklang gemeinsam gestalten. Die Abschlussfeier findet an diesem Sonntag um 20.30 Uhr im Curling Stadion von Cortina statt.
Gründe für den Boykott der Eröffnungsfeier
Gleichzeitig verteidigte Gonschinska erneut die Entscheidung, dass das Team Deutschland dem Einmarsch der Nationen bei der Eröffnung ferngeblieben war. „Das geschah in enger Abstimmung mit den Athleten, die selbst den Impuls dazu gesetzt hatten, nachdem wir unsere Haltung schon deutlich vor den Paralympics kommuniziert hatten“, erklärte er. Die Organisatoren hatten ohnehin nur zwei Sportler pro Team für den Einmarsch vorgesehen.
Solidarität mit der Ukraine als zentrales Thema
Nach der umstrittenen Zulassung russischer und belarussischer Sportler bei den Paralympics mit Fahne und Hymne hatte sich der DBS klar mit der von Russland angegriffenen Ukraine solidarisiert. Während der Veranstaltung in Verbindung mit der Eröffnungsfeier hat das Team ein deutliches Zeichen gesetzt. Im weiteren Verlauf der Spiele drückten Athleten bei Siegerehrungen ihre Solidarität für die Sportler aus der Ukraine aus.
Ein bemerkenswertes Beispiel lieferten Skilangläuferin Linn Kazmeier und ihr Begleitläufer Christian Baumann. Bei der Siegerehrung im Klassik-Sprint behielten sie ihre Mützen auf, als für die russische Siegerin Anastasija Bagijan und deren Guide die Hymne gespielt wurde. Zudem wandten sie sich nicht der Flaggenhissung zu, hielten sichtbar Abstand zum Sieger-Duo und verweigerten anschließend das obligatorische Medaillengewinner-Selfie.
Litauen boykottiert auch die Abschlussfeier
Im Gegensatz zur deutschen Mannschaft wird Litauen aus Protest auch der Abschlussfeier fernbleiben. „Litauen wird die Zeremonie boykottieren. Wir sind zutiefst enttäuscht über die Situation“, teilte die Delegation auf dpa-Anfrage mit. Litauen hatte ebenso wie Tschechien, Estland, Finnland, Lettland, Polen und die Ukraine bereits die Eröffnungsfeier boykottiert. Insgesamt hatten sich nur 28 von 55 teilnehmenden Nationen am Einmarsch mit Sportlern beteiligt.
Die Entscheidung des deutschen Teams, an der Abschlussfeier teilzunehmen, unterstreicht den Fokus auf die Athleten und ihren sportlichen Erfolg, während gleichzeitig politische Haltungen im Rahmen der Veranstaltung zum Ausdruck gebracht wurden.



