Kein Boykott: Deutsche Paralympics-Mannschaft nimmt an Abschlussfeier teil
Deutsche Paralympics-Mannschaft nimmt an Abschlussfeier teil

Deutsche Paralympics-Mannschaft sagt Nein zum Boykott der Abschlussfeier

Noch vor zehn Tagen hatte der Deutsche Behindertensportverband (DBS) in einer offiziellen Erklärung deutliche Kritik an der Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) geäußert, Athleten aus Russland und Belarus an den Paralympics teilnehmen zu lassen. Aus diesem Grund boykottierte „Team D“ den Einmarsch der Nationen bei der Eröffnungsfeier in Verona. Der DBS erklärte damals, dass man dadurch „die solidarische Haltung gegenüber der ukrainischen Delegation respektvoll zum Ausdruck bringen“ wolle.

Wende in der Haltung des Deutschen Behindertensportverbands

Auf Nachfrage erklärte der DBS am Donnerstag jedoch eine überraschende Wende: „Wir stehen an der Seite unserer Athleten und unterstützen sie in ihrer Haltung – in der Vorbereitung auf die Paralympischen Spiele ebenso wie während der Spiele selbst. In enger Abstimmung mit dem Team haben wir bereits im Vorfeld und zu Beginn der Paralympischen Spiele Zeichen gesetzt. Nun begleiten wir sie dabei, am Sonntag im Curling-Stadion von Cortina gemeinsam einen emotionalen Abschluss dieser Spiele zu erleben.“

Laut Veranstalter dürfen die Teams aus den Clustern Cortina und Tesero an der Abschlussfeier teilnehmen. Das bedeutet konkret: Diesmal sagt Deutschland NEIN zum Boykott der Abschlussfeier! Das deutsche Team möchte im Curling-Stadion mit dabei sein und diesmal auch die deutsche Fahne durch einen Sportler in die Halle tragen lassen.

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Kritische Haltung deutscher Athleten während der Spiele

Gleich mehrfach äußerten deutsche Sportler während der bisherigen Winterspiele ihre deutliche Kritik an der Zulassung russischer Athleten. Besonders bemerkenswert war das Verhalten der deutschen Langläufer Linn Kazmaier (19) und ihres Guides Florian Baumann (25). Bei der Siegerhymne für die russischen Athleten Anastasiia Bagiian (24) und Sergei Siniakin (34) drehten sie sich demonstrativ zur Seite und behielten ihre Wintermützen auf. Auch ein gemeinsames Siegerfoto verweigerten die Silbermedaillengewinner anschließend.

Florian Baumann äußerte sich beim ZDF deutlich: „Die Entscheidung vom IPC, dass Russland hier unter eigener Flagge, mit eigener Hymne und mit voller Kapelle antreten kann, während die Ukrainer auch hier sind, finde ich einfach nicht richtig.“ Diese klare Haltung der deutschen Athleten fand während der gesamten Spiele breite Unterstützung.

Unklare Einflüsse und internationale Reaktionen

Ob der Besuch des IPC-Präsidenten Andrew Parsons (49) im Deutschen Haus am letzten Dienstag zu einem Umdenken beim DBS führte, bleibt unklar. Parsons traf sich dort mit DBS-Präsident Hans-Jörg Michels und dem DBS-Vorstandsvorsitzenden Idriss Gonschinska zu Gesprächen. Die genauen Inhalte dieser Diskussionen wurden nicht öffentlich gemacht.

Ebenso steht bisher nicht fest, wie viele andere Länder diesmal die Abschlussfeier in Cortina d'Ampezzo boykottieren werden. Die internationale Sportgemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Spannung, da die Paralympics traditionell auch eine Plattform für politische Statements darstellen. Die Entscheidung des deutschen Teams, trotz früherer Kritik nun an der Abschlusszeremonie teilzunehmen, markiert eine bedeutende Entwicklung in der aktuellen Sportpolitik.

Der Deutsche Behindertensportverband betonte in seiner aktuellen Stellungnahme besonders die Unterstützung für die eigenen Athleten. Man wolle sie dabei begleiten, „einen emotionalen Abschluss dieser Spiele zu erleben“. Diese Formulierung unterstreicht den Fokus auf die sportliche Leistung und das Gemeinschaftserlebnis, während gleichzeitig die früheren politischen Positionen nicht explizit zurückgenommen wurden.

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