Eisschnelllauf-Krise: Athletenverein fordert unabhängige Untersuchung nach Petzold-Sperre
Eisschnelllauf: Unabhängige Untersuchung nach Petzold-Sperre gefordert

Eisschnelllauf-Krise: Athletenvereinigung drängt auf unabhängige Untersuchung

Der Verein Athleten Deutschland hat nach der vorläufigen Suspendierung des Eisschnellläufers Fridtjof Petzold durch die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) eine unabhängige Klärung der Vorwürfe gefordert. Die Athletenvereinigung verlangt zudem die sofortige Aufhebung des Startverbots für den 28-jährigen Sportler, der den Verband bei den Olympischen Winterspielen in Mailand massiv kritisiert hatte.

Vorwürfe und Gegenwehr im Eisschnelllauf-Verband

Petzold hatte von strukturellen Defiziten innerhalb der DESG sowie einer unzureichenden Betreuung während der Olympischen Spiele gesprochen. Der Verband wies diese Vorwürfe entschieden zurück und sperrte den Athleten daraufhin. DESG-Präsident Matthias Große erklärte, Petzold habe die Regeln des Verbandes verletzt, woraufhin sein Status als Bundeskaderathlet mit sofortiger Wirkung ausgesetzt wurde.

Johannes Herber, Geschäftsführer von Athleten Deutschland, betonte in einer offiziellen Mitteilung: „Wir fordern eine unabhängige Untersuchung, die Fehlverhalten und Verantwortung klar benennt. Nur so kann ein Rahmen geschaffen werden, der Athletinnen und Athleten schützt und Höchstleistungen ermöglicht.“

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Bundesregierung und DOSB in der Verantwortung

Die Athletenvereinigung sieht sowohl die Bundesregierung als auch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in der Pflicht, aus den Vorgängen Konsequenzen zu ziehen. Herber forderte: „Ein solcher Rahmen muss Kernanliegen des Bundes als primärer Förderer und des DOSB als Dachverband sein. Wir erwarten von beiden, eine unabhängige Untersuchung zu initiieren und gegenüber der DESG durchzusetzen.“

Die Situation bei der DESG war am 4. März 2026 auch Thema im Bundestags-Ausschuss für Sport und Ehrenamt. Laut Tagesordnung wollte die Bundesregierung einen Bericht vorstellen, wobei die Sitzung zu diesem Punkt nicht öffentlich stattfand.

Solidaritätsbekundungen und sportliche Konsequenzen

Aus Solidarität mit dem gesperrten Fridtjof Petzold kündigte der deutsche Eisschnellläufer Felix Maly an, nicht an der bevorstehenden Mehrkampf-Weltmeisterschaft in Heerenveen teilzunehmen. Diese Entscheidung unterstreicht die angespannte Stimmung innerhalb der deutschen Eisschnelllauf-Szene und die weitreichenden Auswirkungen der Verbandskrise.

Die Forderungen von Athleten Deutschland zielen darauf ab, nicht nur die aktuellen Vorwürfe aufzuklären, sondern auch langfristige strukturelle Verbesserungen im deutschen Spitzensport zu erreichen. Die Entwicklung wird von Sportverbänden, Politikern und Athleten gleichermaßen aufmerksam verfolgt.

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