FIFA führt verbindliche Frauenquote für Trainerinnen bei Frauenturnieren ein
FIFA führt Frauenquote für Trainerinnen bei Frauenturnieren ein

FIFA etabliert verbindliche Frauenquote für Trainerpositionen bei Frauenturnieren

Der Fußball-Weltverband FIFA hat eine wegweisende Regelung beschlossen, die die Präsenz von Frauen in Trainerpositionen bei internationalen Frauenturnieren deutlich erhöhen soll. Künftig müssen alle Nationalmannschaften, die an einem offiziellen FIFA-Frauenturnier teilnehmen, entweder eine Cheftrainerin oder zumindest eine Co-Trainerin in ihrem technischen Stab vorweisen können.

Verbindliche Vorschrift ab sofort gültig

Diese verbindliche Vorschrift wurde nach einer Online-Sitzung des FIFA-Rates am Donnerstag offiziell verkündet und gilt für sämtliche Turniere im Senioren- und Jugendbereich. Die Regelung wird erstmals bei der U20-Frauen-Weltmeisterschaft in Polen im kommenden September zur Anwendung kommen und markiert damit einen konkreten Schritt zur strukturellen Veränderung im Frauenfußball.

Die FIFA begründet diese Initiative als zentralen Bestandteil ihrer umfassenden Strategie, „sicherzustellen, dass das rasante Wachstum des Frauenfußballs mit einer deutlich stärkeren Vertretung von Frauen in technischen Funktionen und Führungspositionen einhergeht“. Trotz der bemerkenswerten Entwicklung des Frauenfußballs in den letzten Jahren sind Trainerpositionen in diesem Bereich nach wie vor überwiegend mit Männern besetzt.

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Bisherige Unterrepräsentation deutlich sichtbar

Bei der Frauen-Weltmeisterschaft 2023 wurde diese Diskrepanz besonders deutlich: Von den 32 teilnehmenden Teams wurden lediglich zwölf von Frauen trainiert. Diese statistische Unterrepräsentation verdeutlicht die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen zur Förderung von Trainerinnen.

Jill Ellis, Chief Football Officer der FIFA und ehemalige US-Nationaltrainerin, betonte die Dringlichkeit dieser Entwicklung: „Wir müssen deutlich mehr tun, um den notwendigen Wandel zu beschleunigen. Dies erreichen wir durch die Schaffung klarerer Karrierewege, die Ausweitung von Chancen und die Erhöhung der Sichtbarkeit von Frauen an unserer Seitenlinie.“

Erweiterte Anforderungen für Teams

Die neuen Regeln sehen darüber hinaus weitere verbindliche Vorgaben vor:

  • Teams müssen mindestens eine weitere Mitarbeiterin auf der Ersatzbank positionieren
  • Jedes Team verpflichtet sich, mindestens eine Frau im medizinischen Stab zu beschäftigen
  • Die Regelung gilt für alle Altersklassen und Turnierformate der FIFA

Diese umfassenden Maßnahmen zielen darauf ab, nachhaltige Strukturen zu schaffen und Frauen systematisch in Schlüsselpositionen des Frauenfußballs zu integrieren. Die FIFA setzt damit ein klares Signal für mehr Geschlechtergerechtigkeit im internationalen Fußball.

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