Fußball-Weltmeisterschaft in den USA unter Trump: Experte sieht Fifa in der Defensive
Die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft in den USA wirft bereits jetzt erhebliche politische und organisatorische Fragen auf. Unter der möglichen Präsidentschaft von Donald Trump stehen Themen wie Kriegsteilnehmer und Einreiseverbote für Fans im Raum. Sportpolitik-Experte Jürgen Mittag äußert sich in einem aktuellen Interview zu den erwarteten Herausforderungen.
Politische Spannungen und sportliche Normalität
Jürgen Mittag, ein renommierter Fachmann für Sportpolitik, geht davon aus, dass die Fifa versuchen wird, die WM trotz der politischen Turbulenzen als business as usual zu inszenieren. „Die Fifa wird das aussitzen“, so seine klare Prognose. Die Organisation sei bekannt dafür, kontroverse Themen möglichst lange zu ignorieren, um den reibungslosen Ablauf des Turniers nicht zu gefährden.
Besonders brisant ist die Situation rund um mögliche Kriegsteilnehmer unter den WM-Teilnehmern. Sollten Nationen, die in militärische Konflikte verwickelt sind, qualifiziert sein, könnte dies zu diplomatischen Verwerfungen führen. Gleichzeitig sind Einreiseverbote für Fans aus bestimmten Ländern ein weiterer Stolperstein, der die inklusive Atmosphäre einer Weltmeisterschaft bedroht.
Die Rolle von Fifa-Boss Gianni Infantino
Fifa-Präsident Gianni Infantino, der bereits als Teilnehmer des von Donald Trump installierten Board of Peace in Erscheinung trat, steht vor einer schwierigen Vermittlungsaufgabe. Sein Umgang mit den politischen Vorgaben der US-Regierung wird maßgeblich darüber entscheiden, ob die WM zu einem sportlichen Fest oder einem politischen Spielfeld wird.
Mittag betont, dass die Fifa historisch gesehen wenig Neigung zeigt, sich in politische Auseinandersetzungen einzumischen. Stattdessen setze man auf diplomatische Zurückhaltung und das Prinzip der Nichteinmischung, um den Fokus auf den Sport zu lenken. Diese Strategie könnte jedoch angesichts der polarisierenden Figur Donald Trumps an ihre Grenzen stoßen.
Ausblick auf die WM 2026
Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA steht somit vor einer Zerreißprobe zwischen sportlicher Tradition und politischer Realität. Während die Fifa versuchen wird, mögliche Konflikte auszusitzen, bleiben Fragen der Sicherheit, Fairness und globalen Teilhabe ungelöst. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Organisation ihre Strategie des business as usual erfolgreich umsetzen kann oder ob äußere Einflüsse das Turnier nachhaltig prägen werden.



