Leipzig wird Zentrale der neuen Spitzensportagentur - Schenderlein holt Millionenprojekt nach Sachsen
Leipzig wird Zentrale der neuen Spitzensportagentur

Leipzig als neues Herz der deutschen Spitzensportförderung

Die geplante unabhängige Spitzensportagentur, die künftig über die Verteilung von Millionen-Fördermitteln im deutschen Sport entscheiden soll, wird ihre Zentrale in Leipzig erhalten. Dies bestätigte Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) in einem exklusiven Interview mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Die Agentur stellt das Kernstück des neuen Sportfördergesetzes dar, das derzeit auf seine Verabschiedung wartet.

Heimatbundesland Sachsen profitiert von Standortentscheidung

Mit dieser Entscheidung holt Schenderlein das prestigeträchtige Projekt in ihr Heimatbundesland Sachsen. Die Ministerin wurde zwar in Weißenfels in Sachsen-Anhalt geboren, wuchs jedoch in Leipzig auf und absolvierte dort auch ihr Abitur. Die geplante Agentur soll ab dem Jahr 2027 ihre Arbeit aufnehmen und zunächst über die Mittelverteilung für den Sommersport ab 2029 entscheiden.

Die Einrichtung der Spitzensportagentur zielt darauf ab, mehr Medaillen für Deutschland bei internationalen Wettkämpfen zu sichern. Seit Jahren diskutieren Sportverbände, Politiker und Athletenvertreter über ein geeignetes Sportfördergesetz, das die Förderung des Spitzensports unabhängig von wechselnden Bundesregierungen fest verankern soll.

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Kontroverse um Einflussverteilung und Mitspracherechte

Athletenvertreter hatten den neuen Entwurf der Bundesregierung für das Sportfördergesetz jedoch kritisiert. Insbesondere bemängeln sie den aus ihrer Sicht zu geringen Einfluss der Sportler innerhalb der geplanten Sportagentur. Der Verein Athleten Deutschland äußerte in einer Stellungnahme, dass man der Zielsetzung, „Athletinnen und Athleten in den Mittelpunkt zu stellen“, nicht gerecht werde.

Der Gesetzentwurf wurde bereits überarbeitet, nachdem unter anderem der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) kritisiert hatte, dass dem organisierten Sport zu wenig Mitspracherecht eingeräumt werde und der politische Einfluss zu groß sei. Im ursprünglichen Modell war im fünfköpfigen Stiftungsrat – dem zentralen Entscheidungsgremium – lediglich ein Vertreter des DOSB vorgesehen.

Neue Struktur mit erweitertem Gremium

Der überarbeitete Entwurf sieht nun neun Mitglieder im Stiftungsrat vor:

  • Drei Vertreter des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)
  • Fünf Vertreter des Bundes
  • Ein Vertreter der Sportministerkonferenz der Länder

Das Gesetz soll größere Planungssicherheit für Sportverbände und Athleten schaffen, Bürokratie abbauen und letztlich die Leistungsfähigkeit der deutschen Sportlerinnen und Sportler steigern. Wann der Bundestag das geplante Sportfördergesetz endgültig verabschieden wird, bleibt jedoch noch offen und wird mit Spannung erwartet.

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