Athletenvertreter schockiert über neuen Entwurf zum Sportfördergesetz
Neuer Sportfördergesetz-Entwurf: Athleten schockiert

Athletenvertreter schockiert über neuen Entwurf zum Sportfördergesetz

Die Debatte um das geplante Sportfördergesetz nimmt eine neue, kontroverse Wendung. Die Vereinigung Athleten Deutschland hat den aktuellen Referentenentwurf des Bundeskanzleramts scharf kritisiert und lehnt diesen in der vorliegenden Form entschieden ab. Die Präsidentin des Vereins, Pia Greiten, zeigte sich schockiert über die am Mittwoch veröffentlichten Pläne.

Kernpunkt der Kritik: Zu geringer Einfluss der Athleten

Im Zentrum der Kritik steht die geplante Sportagentur, die als Kernstück des Gesetzes ab 2027 ihre Arbeit aufnehmen und über die Verteilung von Fördermillionen für den Sommersport ab 2029 entscheiden soll. Athleten Deutschland bemängelt insbesondere den aus ihrer Sicht völlig unzureichenden Einfluss der Athletenvertretung innerhalb dieser Agentur.

„Der Entwurf bleibt in zentralen Punkten hinter den eigenen Zielsetzungen zurück und wird dem immer wieder formulierten Anspruch, Athletinnen und Athleten in den Mittelpunkt zu stellen, nicht gerecht“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme des Vereins. Pia Greiten betonte: „Eine unabhängige und wirksame Athletenvertretung ist im deutschen Sportsystem weiterhin nicht gewünscht.“

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Überarbeitung nach früherer Kritik

Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) hatte den Gesetzentwurf überarbeitet, nachdem zuvor der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) kritisiert hatte, dass dem organisierten Sport zu wenig Mitspracherecht eingeräumt werde und der politische Einfluss zu groß sei. Der ursprüngliche Entwurf sah im fünfköpfigen Stiftungsrat – dem zentralen Entscheidungsgremium – lediglich einen Vertreter des DOSB vor.

Der neue Entwurf sieht nun neun Mitglieder vor:

  • Drei Vertreter des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)
  • Fünf Vertreter des Bundes
  • Einen Vertreter der Sportministerkonferenz der Länder

Ziele des Sportfördergesetzes

Seit Jahren debattieren Sportverbände, Politiker und Athletenvertreter über ein passendes Sportfördergesetz. Mit diesem soll die Förderung des Spitzensports unabhängig von der jeweiligen Bundesregierung klar festgeschrieben werden. Das Gesetz soll folgende Ziele verfolgen:

  1. Größere Planungssicherheit für Sportverbände und Athleten
  2. Abbau von Bürokratie im Fördersystem
  3. Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Sportlerinnen und Sportler

Offen bleibt derzeit, wann der Bundestag das Sportfördergesetz endgültig verabschieden wird. Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein könnte den überarbeiteten Entwurf bereits kommende Woche im Kabinett präsentieren.

Die anhaltenden Kontroversen zeigen, dass die Suche nach einem ausgewogenen Modell für die Sportförderung weiterhin eine große Herausforderung darstellt. Während die Politik auf mehr Planungssicherheit und Effizienz setzt, fordern die Athletenvertreter eine stärkere Berücksichtigung ihrer Interessen in den Entscheidungsgremien.

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