Olympia-Prämien: Gold bringt 30.000 Euro steuerfrei, doch Vierte gehen leer aus
Olympia-Prämien: Gold 30.000€ steuerfrei, Vierte leer aus

Deutsche Olympia-Helden erhalten höhere und steuerfreie Prämien

Die Olympischen Spiele sind für deutsche Medaillengewinner ein lukrativer Zahltag. Die Stiftung Deutsche Sporthilfe hat die Prämien für die Erfolge bei den Spielen 2026 deutlich erhöht und zugleich steuerfrei gestellt. Doch die Neuregelung bringt nicht nur Gewinner hervor.

Neue Prämienregelung: Mehr Geld für Gold, aber Kürzungen

Erstmals in der Geschichte der Sporthilfe sind die Bonuszahlungen an Olympia-Teilnehmer steuerfrei. Gleichzeitig wurden die Prämien angepasst: Goldmedaillen bringen nun 30.000 Euro statt bisher 20.000 Euro. Für Silber gibt es 20.000 Euro, was einer Erhöhung von 5.000 Euro entspricht. Bronze bleibt bei 10.000 Euro.

Die Gesamtsumme der Prämienausschüttung bewegt sich in einem ähnlichen Bereich wie bei den Winterspielen 2022 in Peking, wo über 700.000 Euro an die Sportler flossen. Bei den aktuellen Spielen erhalten die 14 Athleten, die an den acht deutschen Goldmedaillen beteiligt waren, zusammen 420.000 Euro. Zehn Silbergewinner bekommen insgesamt 200.000 Euro und zwölf Bronzemedaillengewinner 120.000 Euro. Das ergibt eine Gesamtsumme von rund 740.000 Euro.

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Doppelgewinner erhalten nur eine Prämie

Jeder Athlet erhält jedoch nur eine Prämie, unabhängig davon, wie viele Medaillen er gewinnt. Doppel-Olympiasieger wie die Rodler Max Langenhan (26), Julia Taubitz (29) oder die Bobfahrer Johannes Lochner (35) und Georg Fleischhauer (37) bekommen daher nur einmalig 30.000 Euro. Das Geld wird zudem über ein Jahr verteilt in zwölf Raten ausgezahlt.

Durch diese Regelung spart die Sporthilfe erhebliche Summen. Bei den vielen Doppel-Medaillengewinnern in Bob, Skeleton und Rodeln sowie Emma Aicher (22) im Ski alpin fließen 340.000 Euro nicht, die für zweite Medaillen fällig wären. Diese Praxis gibt es bereits länger, um Athleten mit nur einer Medaillenchance nicht zu benachteiligen.

Kritik an Abschaffung der Prämien für Plätze vier bis acht

Besonders ärgerlich für viele Sportler ist die Abschaffung der bisherigen Prämien für die Plätze vier bis acht. Bisher gab es:

  • 5.000 Euro für Rang vier
  • 4.000 Euro für Rang fünf
  • 3.000 Euro für Rang sechs
  • 2.000 Euro für Rang sieben
  • 1.500 Euro für Rang acht

Da Deutschland diesmal sehr viele vierte Plätze erreichte, entgehen diesen Teilnehmern die Prämien. Für 17 Athleten war der vierte Rang die beste Olympia-Platzierung – das sind 85.000 Euro, die nicht bezahlt werden. Insgesamt wären mehr als 150.000 Euro an Prämien fällig gewesen, die durch die Neuregelung wegfallen.

Bei Mannschaftssportarten wie Eishockey, wo 23 Spielerinnen Siebte und 25 Männer Sechste wurden, hätte ein Gutachterausschuss der Sporthilfe über die Zahlungen entschieden. Staffeln und Teams werden gesondert bewertet, wobei Zweier- oder Viererteams in der Regel dieselbe Prämie wie Einzelathleten erhalten.

Fördervereinbarung als Voraussetzung

Die Prämien erhalten nur Sportler, die eine Fördervereinbarung mit der Sporthilfe unterzeichnet haben und von der Stiftung gefördert werden. Aktuell erhalten 174 der 185 deutschen Olympiastarter Unterstützung – das sind 94 Prozent aller Teilnehmer.

Da jeder geförderte Athlet einen Solidarbeitrag an die Sporthilfe zahlen muss, entscheiden sich manche Gutverdiener gegen die Förderung. Dies betrifft häufig Top-Athleten aus Ski alpin, Skispringen und Biathlon, die entweder genug Geld verdienen oder anderen Sportlern keine Förderung wegnehmen möchten.

Langfristige Förderung der Olympia-Teilnehmer

Über die vier Jahre von März 2022 bis zu den Spielen 2026 erhielten die deutschen Olympia-Teilnehmer rund 3,6 Millionen Euro Förderung von der Sporthilfe. Über die gesamte Karriere hinweg kommen bei vielen Athleten sogar etwa acht Millionen Euro zusammen.

Die neuen Prämienregelungen zeigen somit eine klare Tendenz: Während Spitzensportler mit Medaillen von höheren und steuerfreien Zahlungen profitieren, müssen Athleten auf den Plätzen vier bis acht auf bisherige Prämien verzichten. Eine Entwicklung, die in der Sportwelt kontrovers diskutiert wird.

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