Para-Athleten fordern mehr Geld: Gleichstellung im Spitzensport scheitert am Budget
Kurz vor den paralympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo haben knapp 200 deutsche Para-Athleten einen dringenden Appell an die Bundesregierung gerichtet. Sie fordern eine deutliche Erhöhung der Fördermittel für den paralympischen Spitzensport im Bundeshaushalt für das Jahr 2027. Die Athleten betonen, dass das Ziel sein müsse, mindestens 200 Förderplätze zu finanzieren und diese mehrjährig abzusichern.
Breite Unterstützung von Spitzensportlern
Insgesamt 196 Para-Athleten haben die entsprechende Erklärung unterzeichnet, darunter prominente Namen wie die viermalige Paralympics-Siegerin Anna-Lena Forster aus dem Para Ski Alpin und die zweimalige Weltmeisterin Anja Wicker im Para Ski nordisch. Auch Elena Semechin, zweifache Paralympics-Siegerin im Schwimmen, unterstützt die Initiative nachdrücklich. Sie erklärte: „Wer paralympische Athletinnen und Athleten fördert, investiert nicht nur in Medaillen, sondern in Inklusion, Sichtbarkeit und Chancengerechtigkeit. Jetzt ist der Moment zu handeln.“
Fortschritte reichen nicht aus
Die Athleten räumen zwar ein, dass in den zurückliegenden Jahren wichtige Fortschritte in der individuellen Para-Athletenförderung erzielt wurden. Dennoch kritisieren sie deutlich: „Echte Gleichstellung scheitert noch immer am Budget.“ Nach Angaben der Athletenvertreter wird Deutschland bei den Paralympischen Sommer- und Winterspielen von rund 200 Sportlern repräsentiert, jedoch werden aktuell nur 168 direkt gefördert.
Kostengünstige Lösung möglich
Die Sportler weisen darauf hin, dass die derzeitige Förderung nicht mit der sportlichen Realität übereinstimmt. Um die Lücke zu schließen, wären etwa 30 zusätzliche Förderplätze erforderlich, die jährliche Kosten von ungefähr 400.000 Euro verursachen würden. Dies entspricht weniger als 0,2 Prozent der Gesamtausgaben des Bundes für den Spitzensport. Im Bundeshaushalt für das Jahr 2026 waren rund 350 Millionen Euro für den Sport eingeplant, wovon große Teile auf die Spitzensportförderung entfallen.
Die Para-Athleten betonen, dass eine angemessene Finanzierung nicht nur sportliche Erfolge ermöglicht, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Inklusion und zur Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen leistet. Sie fordern die Politik auf, die Weichen für eine nachhaltige und gerechte Förderung zu stellen.



