Paralympics kehren nach zwei Jahrzehnten nach Europa zurück
Nach den Olympischen Spielen stehen nun die Paralympics im Fokus. Zum ersten Mal seit zwanzig Jahren finden die Winterspiele für Athleten mit Behinderung wieder auf europäischem Boden statt. Vom 6. bis zum 15. März werden die Städte Mailand, Cortina d'Ampezzo, Tesero und Verona zu den Austragungsorten der 14. Winter-Paralympics. Die Eröffnungsfeier ist für diesen Freitag geplant und verspricht ein beeindruckendes Spektakel zu werden.
Deutsche Delegation mit historischer Größe
Das deutsche Team, offiziell als „Team D“ bezeichnet, ist mit insgesamt 40 Sportlern und acht Guides nach Italien gereist. Damit handelt es sich um die zweitgrößte deutsche Mannschaft in der Geschichte der Winter-Paralympics, übertroffen nur von der Delegation bei den Spielen in Lillehammer im Jahr 1994. Insgesamt werden rund 665 Athleten aus zahlreichen Nationen erwartet, die in sechs verschiedenen Sportarten antreten werden. Dazu zählen Para-Ski Alpin, Para-Biathlon, Para-Langlauf, Para-Eishockey, Para-Snowboard und Rollstuhlcurling. Zum Vergleich: Bei den Sommer-Paralympics in Paris waren über 4000 Sportler in 22 Disziplinen am Start.
Medaillenhoffnungen und deutsche Favoriten
In den alpinen Disziplinen gilt die viermalige Paralympics-Siegerin Anna-Lena Forster als eine der größten Gold-Anwärterinnen Deutschlands. Die 30-Jährige könnte bereits am Samstagvormittag im Abfahrtsrennen die erste Medaille für das Team holen. Auch Anja Wicker strebt in den Disziplinen Biathlon und Langlauf nach Spitzenplätzen. Weitere berechtigte Hoffnungen auf Edelmetall machen sich die jungen Athletinnen Linn Kazmeier, Leonie Walter und Johanna Recktenwald. Bei den Männern zählen Marco Maier, Sebastian Marburger, Nico Messinger und Lennart Volkert im Para-Ski zu den Medaillenkandidaten. Bei den letzten Winter-Paralympics in Peking sicherte sich Deutschland vier Gold-, acht Silber- und sieben Bronzemedaillen.
Sportliche Highlights und politische Kontroversen
Neben den spektakulären Alpin-Wettbewerben auf der legendären Piste „Tofana“ und den spannenden Para-Biathlon-Rennen werden beim Para-Eishockey in Mailand die meisten Zuschauer erwartet. Deutschland hat sich hierfür erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder qualifiziert, was die Vorfreude zusätzlich steigert. Beim Rollstuhl-Curling gibt es hingegen keine deutschen Teilnehmer. Eine politische Kontroverse begleitet die Spiele: Das Internationale Paralympische Komitee hat die Teilsuspendierung Russlands und Belarus‘ aufgehoben und beide Nationalkomitees wieder als Vollmitglieder aufgenommen. Deutschland boykottiert daher die Eröffnungsfeier in Verona, gemeinsam mit Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen, den Niederlanden, Tschechien und der Ukraine.
Umfangreiche TV-Übertragungen
Die Paralympics werden im deutschen Fernsehen umfassend präsentiert. ARD und ZDF zeigen die Eröffnungs- und Abschlussfeier sowie alle Wettkampf-Entscheidungen mit deutschen Athleten. Ab dem 6. März sind die Übertragungen im Free-TV und in den jeweiligen Streaming-Portalen verfügbar, mit bis zu 130 Livestream-Stunden. Damit erhalten Zuschauer die Möglichkeit, die sportlichen Höhepunkte live und in voller Länge zu verfolgen.



