Schenderlein bei Paralympics: Olympia-Bewerbung als Kompass, nicht als Heilsbringer
Schenderlein: Olympia-Bewerbung Kompass statt Heilsbringer

Schenderlein bei Winter-Paralympics: Olympia-Bewerbung als sportpolitischer Kompass

Die Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein hat während ihres Besuchs der Winter-Paralympics in Cortina d'Ampezzo, Italien, die hohe Priorität einer deutschen Bewerbung für Olympische Spiele und Paralympics unterstrichen. Die CDU-Politikerin bezeichnete dies im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur als das wichtigste sportpolitische Ziel der aktuellen Bundesregierung.

Kompass statt Heilsbringer für den deutschen Sport

Schenderlein wies jedoch darauf hin, dass eine Olympia-Bewerbung aus ihrer Sicht kein Rettungsprogramm für den deutschen Sport darstellt. „Es ist ein sehr starkes Wort, Heilsbringer zu sagen“, betonte die Staatsministerin. Stattdessen verglich sie die Bewerbung mit einem Kompass, der den Weg vorgibt und die Richtung weist.

Die Politikerin betonte, dass eine erfolgreiche Sportförderung auf mehreren Säulen basieren müsse:

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  • Gezielte Unterstützung von Athletinnen und Athleten
  • Investitionen in die Sportinfrastruktur
  • Förderung des Ehrenamts
  • Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche

„Es ist ein großes Feld. Eine Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele kann man sehr gut darüberlegen“, erklärte Schenderlein.

Deutsche Ambitionen bei internationalen Sportevents

Nach dem enttäuschenden fünften Platz im Medaillenspiegel der jüngsten Olympischen Winterspiele setzen viele Funktionäre, Spitzenpolitiker und Athleten auf Spiele in Deutschland, um den Abschwung im Spitzensport zu beenden. Als potenzielle Austragungsorte für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 haben sich bereits mehrere Regionen positioniert:

  1. Berlin
  2. München
  3. Hamburg
  4. Köln/Rhein-Ruhr

Spitzensportagentur als zentrales Element der Sportförderung

Schenderlein verdeutlichte, dass Deutschland bei Olympischen Spielen, Paralympics und World Games weiterhin zu den Top-Nationen zählen will. Konkret bedeutet dies:

  • Top drei bei Olympischen Winterspielen
  • Top fünf bei Olympischen Sommerspielen

„Das ist der Handlungsauftrag für die Spitzensportagentur, die wir gründen wollen. Das ist die Maßgabe für die Förderung“, sagte die Staatsministerin.

Die Gründung dieser Agentur, die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) kritisiert wird und Teil der geplanten Spitzensportreform sowie des Sportfördergesetzes ist, hat sich jedoch verzögert. Schenderlein räumte ein: „Wir sind in intensiven Verhandlungen, vor allem auch mit dem DOSB“. Sie zeigte sich dennoch optimistisch: „Ich bin nach wie vor guten Mutes, dass wir da gut vorankommen, auch wenn es noch ein paar Tage länger dauert, als wir das Ende vorigen Jahres und zum Beginn dieses Jahres gesehen haben.“

Unsicherheit bei Zeitplan für Sportfördergesetz

Unklar bleibt, ob der Bundestag das Sportfördergesetz wie ursprünglich geplant noch vor der Sommerpause verabschieden wird. Kernstück des Gesetzes ist die Spitzensportagentur, mit der die Bundesregierung den Einfluss des organisierten Sports deutlich begrenzen will. Die Agentur soll ab 2027 ihre Arbeit aufnehmen und zunächst über die Verteilung der Mittel für den Sommersport ab dem Jahr 2029 entscheiden.

Schenderleins Besuch bei den Winter-Paralympics unterstreicht die Bedeutung, die die Bundesregierung internationalen Sportgroßevents beimisst, während gleichzeitig die strukturellen Reformen im deutschen Sportsystem vorangetrieben werden sollen.

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