Trauriger Auftakt: Deutsche Paralympics-Eröffnung in Verona nur per Video
Trauriger Auftakt: Deutsche Paralympics-Eröffnung per Video

Paralympics-Start in Verona: Deutsche Athleten verfolgen Eröffnung nur per Video

Die Eröffnungsfeier der 14. Paralympics in Verona begann für das deutsche Team auf traurige Weise. Statt der nominierten Fahnenträgerin Anna Lena Forster trug ein fremder Volunteer die deutsche Flagge ins antike Amphitheater. Die deutschen Athleten selbst verfolgten die Zeremonie lediglich per Videostream im Deutschen Haus in Cortina d'Ampezzo – ein ungewöhnlicher und enttäuschender Auftakt.

„Merkwürdig und traurig“: Forster kritisiert vorproduzierte Bilder

Die eigentlich als Fahnenträgerin vorgesehene Monoskifahrerin Anna Lena Forster brachte die Stimmung auf den Punkt: „Die Eröffnung war schon merkwürdig und irgendwie auch traurig. Man hat kaum dieses sonst übliche Freudestrahlen auf den Gesichtern der Athleten gesehen.“ Bereits drei Tage vor der offiziellen Eröffnung wurden mit Forster und dem ebenfalls nominierten Eishockeyspieler Jörg Wedde vorproduzierte Aufnahmen gedreht, die laut Beobachtern „aus der Konserve klein und lächerlich“ wirkten.

Politische Spannungen überschatten Nationeneinlauf

Der politisch aufgeladene Einzug der Nationen erreichte einen kontroversen Höhepunkt, als nach Belarus auch Russland mit vier strahlenden Athleten und eigener Fahne auf die paralympische Bühne zurückkehrte. Aus Protest gegen diese Entscheidung blieben neben Deutschland neun weitere Nationen der Eröffnung fern. Sieben Länder – darunter Tschechien, Polen und die Ukraine – weigerten sich sogar, die geforderten Videoclips zu produzieren.

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Das Internationale Paralympische Komitee ignorierte den ukrainischen Wunsch, die eigene Fahne aus Protest gar nicht ins Amphitheater zu tragen. Diese politischen Spannungen überschatteten den eigentlich inklusiven Charakter der Veranstaltung.

Italienische Organisatoren bemühen sich um Stimmung

Trotz der kontroversen Rahmenbedingungen gelang es den italienischen Ausrichtern, mit Auftritten von Fackelträgerin Bebe Vio und der deutschen Raumfahrt-Ingenieurin Michaela Benthaus positive Akzente zu setzen. Benthaus war 2025 als erste Rollstuhlfahrerin ins Weltall geflogen und verkörperte damit beispielhaft gelebte Inklusion.

Anna Lena Forster fand schließlich um 21:19 Uhr, als Italiens Präsident Sergio Mattarella die Spiele offiziell eröffnete, versöhnliche Worte: „Es war schön, dass wir im Deutschen Haus alle beisammensaßen und das gemeinsam erlebten. Auch hier kam ein bisschen Stimmung auf. Das ist auch gut für den Teamspirit.“ Die eigentlichen Wettkämpfe beginnen am Samstag auf der legendären Tofana in Cortina d'Ampezzo, wo Forster bereits um Edelmetall kämpfen wird.

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