Ukrainische Paralympics-Delegation klagt über systematischen Druck durch IPC
Ukrainische Paralympics-Delegation klagt über Druck durch IPC

Ukrainische Paralympics-Delegation klagt über systematischen Druck durch IPC

Das Nationale Paralympische Komitee der Ukraine und die ukrainische Paralympische Mannschaft haben schwere Vorwürfe gegen das Internationale Paralympische Komitee (IPC) sowie das Organisationskomitee der Winter-Paralympics 2026 erhoben. In einer offiziellen Erklärung beklagen sie, dass das Team seit Beginn der Spiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo systematisch unter Druck gesetzt werde. Auf Anfrage äußerte sich das IPC zunächst nicht zu den Anschuldigungen.

Konkrete Beispiele für die Vorwürfe

Die ukrainische Delegation nannte in ihrer Stellungnahme mehrere konkrete Vorfälle, die den vermeintlichen Druck belegen sollen:

  • Das Anbringen einer ukrainischen Flagge am Teamquartier wurde zunächst untersagt, später nur an einer weniger sichtbaren Stelle erlaubt.
  • Kurze abendliche Teamtreffen in einem Gemeinschaftsraum wurden mit unklaren Regeln verboten.
  • Bei einer Medaillenzeremonie versuchte ein IPC-Vertreter, der Athletin Oleksandra Kononova Ohrringe mit ukrainischer Flagge und der Aufschrift »Stop War« abzunehmen, was sie schließlich ablegen musste.
  • Besonders schockiert zeigt sich die Delegation über den Umgang mit Angehörigen des Gold-Gewinners Taras Rad, denen ukrainische Flaggen und Schals mit Nationalmotiven beschlagnahmt wurden.

Verdacht auf besondere Partnerschaft mit Russland und Belarus

In der Erklärung heißt es weiter, es entstehe der Eindruck einer unverständlichen und sehr speziellen Partnerschaft zwischen dem IPC und den Nationalen Paralympischen Komitees von Russland und Belarus. Die ukrainische Seite betont, dass sie zunächst versucht habe, eine radikale Reaktion zu vermeiden, in der Hoffnung, dass die Vorfälle zufällig seien. Die jüngsten Ereignisse hätten jedoch gezeigt, dass diese einen systematischen Charakter hätten und sowohl für die Mannschaft als auch für ihre Mitglieder kritisch und beschämend seien.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Hintergrund: Die Rückkehr Russlands unter Nationalfarben

Die Entscheidung des IPCs, Russland wieder vollwertig unter Nationalfarben und mit eigener Hymne zuzulassen, ist das bestimmende Thema bei den Winter-Paralympics 2026. Zuvor durften russische Sportlerinnen und Sportler im internationalen Sport zuletzt allenfalls als neutrale Athleten ohne Flaggen, Symbole und Hymne antreten – unter anderem wegen Dopingvorwürfen und vor allem wegen des seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Gleiches galt für Belarus als Unterstützer der Invasion.

Bereits vor den Spielen hatte das IPC die geplante Teamkleidung der Ukraine verboten, auf der eine Landkarte mit den Grenzen von 1991 zu sehen war, also einschließlich der Krim und der von Russland besetzten Gebiete. Das Internationale Paralympische Komitee verbietet ähnlich wie das Internationale Olympische Komitee politische Symbole auf Uniformen. Die ukrainische Delegation erinnert in ihrer Erklärung jedoch daran: Frieden und das Leben aller Menschen sind ein Menschenrecht.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration