Ukrainische Paralympics-Starin beklagt russische Teilnahme: Bruder im Krieg verwundet
Ukrainische Paralympics-Star: Bruder im Krieg verwundet

Ukrainische Paralympics-Star beklagt russische Teilnahme: Bruder im Krieg verwundet

Bei den Paralympischen Winterspielen in Italien hat die ukrainische Langläuferin Oksana Schischkowa (34) die Teilnahme russischer Athleten scharf kritisiert. Die fünffache Paralympics-Goldmedaillengewinnerin äußerte sich sichtlich bewegt am Rande der Wettkämpfe in Tesero. „Mein Bruder war im Krieg und wurde verletzt. Er hat nun eine Amputation“, erklärte Schischkowa. Die Sportlerin, die aus der massiv angegriffenen Stadt Charkiw stammt, betonte: „Es ist einfach nicht normal, dass ich jetzt hier mit Russen bin, während in meiner Heimat Freunde und Familie verletzt oder getötet werden. Das darf einfach nicht sein. Das ist nicht richtig!“

Direkte Konfrontation auf der Loipe

Bei den Para-Langlaufwettbewerben in Tesero kommt es zu direkten Zweikämpfen zwischen ukrainischen und russischen Athleten. Schischkowa, die bereits ihre fünfte Paralympics-Teilnahme absolviert, musste im Klassik-Sprint am Dienstag nur 20 Sekunden hinter der späteren russischen Goldmedaillengewinnerin Anastasija Bagiian (24) starten. Zusammen mit ihrer Teamkollegin Romana Lobaschewa (21) verpasste die Ukrainerin jedoch das Finale und musste anschließend die Siegerehrung mit Bagiian beobachten – inklusive russischer Hymne und russischer Fahne.

Die sehbehinderte Langläuferin hatte sich bereits bei den Paralympics in Peking 2022 klar gegen Russland positioniert. „Wir wünschen uns einfach nur Frieden!“ lautete damals wie heute ihre Botschaft. Für Schischkowa zeigt sich in Tesero erneut, wie sehr Sport und Politik zusammenhängen können.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Deutsche Athleten solidarisieren sich

Unterstützung für die ukrainische Kritik erhielten Schischkowa und ihre Teamkollegen von den deutschen Silbermedaillengewinnern Linn Kazmaier (19) und ihrem Guide Florian Baumann (25). Das deutsche Langlauf-Duo protestierte bei der Siegerehrung gegen die Wiederzulassung russischer Athleten unter eigener Flagge.

Als während der Zeremonie die russische Hymne für Bagiian gespielt wurde, drehten sich Kazmaier und Baumann demonstrativ zur Seite und behielten ihre Wintermützen auf. Guide Baumann erklärte später im ZDF: „Wir hatten vor vier Jahren in Peking mit den Ukrainern einen super Austausch. Wir wollten uns mit ihnen solidarisieren.“

Baumann betonte weiter: „Es geht uns nicht um die russischen Sportler. Für viele von ihnen ist es gerade auch schwierig, aber die Entscheidung vom IPC, dass Russland hier unter eigener Flagge, mit eigener Hymne und mit voller Kapelle antreten kann, während die Ukrainer auch hier sind, finde ich einfach nicht richtig.“ Ein abschließendes Siegerselfie verweigerten die beiden Deutschen daher ebenfalls.

Russische Erfolge bei den Paralympics

Athleten aus Russland und Belarus haben bei den Paralympics in Italien bereits dreimal Gold und zweimal Bronze gewonnen. Die direkten Begegnungen auf der Loipe und bei Siegerehrungen führen zu emotional aufgeladenen Situationen für die ukrainischen Teilnehmer, die täglich mit den Folgen des Krieges in ihrer Heimat konfrontiert sind.

Für Oksana Schischkowa, die in ihrer Karriere bereits fünfmal Gold bei Winter-Paralympics holte, ist die Situation besonders schmerzhaft. Die persönliche Betroffenheit durch die Verwundung ihres Bruders unterstreicht die politische Dimension des sportlichen Wettkampfes. Die Proteste der deutschen Athleten zeigen, dass die Diskussion um die russische Teilnahme auch unter anderen Nationen kontrovers geführt wird.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration