Menschenrechtsorganisation sieht USA als problematischen WM-Gastgeber
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat deutliche Bedenken bezüglich der Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten geäußert. In einem ausführlichen Interview mit dem Deutschlandfunk erklärte Direktorin Minky Worden, dass die USA nicht der richtige Gastgeber in einer Zeit seien, in der die Rechte von Arbeitern, Sportlern, Fans und Gemeinschaften, die die WM überhaupt erst ermöglichen, eingeschränkt würden.
Politische Lage in den USA als Hindernis
Worden betonte, dass sich die Menschenrechtssituation in den USA in eine völlig falsche Richtung bewege, um ein internationales Großereignis wie die Fußball-WM auszutragen. Sie verwies konkret auf mögliche Reisebeschränkungen unter der Regierung von Donald Trump. „Wenn Donald Trump nicht erlaubt, dass Fans oder sogar Spieler zur WM anreisen, muss die FIFA überprüfen, ob es noch möglich ist, die WM weiter in den USA auszutragen“, forderte die Direktorin. Diese Aussage unterstreicht die politischen Spannungen, die das Sportevent überschatten könnten.
Iran-Konflikt und Forderungen an die FIFA
Im Zusammenhang mit dem Iran lehnte Worden einen Ausschluss des Landes von der WM ab, obwohl der Sport dort seit Jahrzehnten politisiert werde. US-Präsident Trump hatte zuvor erklärt, dass eine Teilnahme des Iran aufgrund von Sicherheitsrisiken nicht angemessen sei. Der iranische Fußballverband konterte, dass die FIFA allein über solche Entscheidungen zu befinden habe, und schlug vor, die WM-Spiele der iranischen Mannschaft alternativ in Mexiko auszutragen. Hintergrund sind die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran seit Ende Februar.
Schutz für iranische Fußballerinnen gefordert
Besonders engagiert setzte sich Worden für das iranische Frauen-Nationalteam ein. Sie warb um Unterstützung und forderte die FIFA auf, sich aktiv für den Schutz der Spielerinnen einzusetzen. „Iran ist eines der Länder, das dich auch außerhalb der eigenen Grenzen aufspürt. Die FIFA muss sich jetzt dafür einsetzen, dass es keine Vergeltungsaktionen gibt“, erklärte sie. Dies gelte sowohl für Spielerinnen, die in den Iran zurückgekehrt sind, als auch für jene, die emigrieren konnten. Das Schicksal des Teams hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, nachdem es beim Asien Cup in Australien durch einen stillen Protest in der Heimat kritisiert worden war.
Entwicklung bei Asylgesuchen
Fünf der sieben Teammitglieder, denen die australische Regierung nach dem Asien Cup humanitäre Visa gewährt hatte, haben ihre Asylgesuche inzwischen wieder zurückgezogen. Diese Entwicklung unterstreicht die prekäre Lage der Sportlerinnen und die Notwendigkeit internationaler Unterstützung, wie von Human Rights Watch gefordert.



