Iga Swiatek: Der rätselhafte Absturz einer Tennis-Dominatorin
Iga Swiatek: Rätselhafter Absturz einer Tennis-Dominatorin

Iga Swiatek: Der rätselhafte Absturz einer Tennis-Dominatorin

Iga Swiatek eroberte die Tenniswelt in jungen Jahren im Sturm und galt lange als nahezu unbesiegbar. Doch aktuell durchlebt die polnische Spitzenspielerin die schwierigste Phase ihrer gesamten Profikarriere. Eine bittere Olympia-Niederlage, ein schockierender Dopingvorfall und mehrere Trainerwechsel haben die einst so dominante Athletin aus dem Gleichgewicht gebracht.

Von der Dominatorin zur Verunsicherten

Noch vor wenigen Jahren war Swiatek die unangefochtene Nummer eins im Damentennis. Mit nur 21 Jahren stellte sie 2022 eine Serie von 37 Siegen in Folge auf – die längste auf der WTA-Tour im 21. Jahrhundert. In dieser Zeit gewann sie sechs Titel nacheinander, darunter die French Open, und führte die Weltrangliste 75 Wochen am Stück an. Ihre Dominanz auf Sandplätzen war legendär, viele Sätze gewann sie mit 6:1 oder gar 6:0.

Doch davon ist heute kaum etwas übrig. Die 24-Jährige verlor kürzlich in Miami erstmals seit 73 Siegen wieder ihr Auftaktmatch eines Turniers. Ihre mentale Stärke, die sie einst auszeichnete, scheint gebrochen. „Tennis fühlt sich bei mir im Kopf ziemlich kompliziert an“, gab Swiatek ungewöhnlich offen zu. „Ich weiß, dass es eigentlich einfach sein sollte.“

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Die Wendepunkte: Olympia 2024 und ein Dopingvorfall

Den Anfang des Niedergangs markierten die Olympischen Spiele 2024 in Paris. Auf der Anlage von Roland Garros, wo sie zuvor über 1.100 Tage ungeschlagen geblieben war, verlor sie überraschend im Halbfinale gegen Qinwen Zheng. Die Niederlage erschütterte ihr Selbstvertrauen fundamental – die anschließende, unter Tränen abgebrochene Pressekonferenz zeigte, wie hoch ihr eigener Anspruch war.

Noch schwerer wog jedoch der Dopingvorfall im Herbst 2024. In Swiateks Blut wurde Trimetazidin in geringer Menge nachgewiesen. Die International Tennis Integrity Agency stufte den Fall nach Untersuchungen als minder schwer ein und ging von verunreinigten Melatonin-Präparaten aus, die Swiatek wegen Schlafproblemen eingenommen hatte. Dennoch bezeichnete die Spielerin dies später als „die schlimmste Erfahrung meines Lebens“.

Trainerwechsel und mentale Kämpfe

Bereits im Oktober 2024 trennte sich Swiatek von ihrem langjährigen Trainer Tomasz Wiktorowski, mit dem sie fünf Grand-Slam-Siege gefeiert hatte. Nachfolger Wim Fissette sollte ihr Spiel variabler machen, doch die Zusammenarbeit gestaltete sich schwierig. Zwar gewann Swiatek 2025 überraschend ihren ersten Wimbledon-Titel, doch auf anderen Belägen blieben die Erfolge aus.

Swiateks perfektionistische Natur erschwerte die Anpassung an neue Spielweisen. „Ich habe das Gefühl, dass ich auf dem Platz viele Erwartungen mit mir herumtrage“, erklärte sie nach ihrer Niederlage in Miami. „Ich muss sie loswerden, weil mein Spiel nicht gut genug war, um überhaupt Erwartungen zu haben.“ Im März 2026 folgte schließlich die Trennung von Fissette.

Suche nach neuem Halt

Aktuell sucht Swiatek nach einem neuen Trainer. Polnische Medien berichteten von Trainingseinheiten in der „Rafa Nadal Akademie“ auf Mallorca – ein symbolträchtiger Ort, da Nadal Swiateks großes Idol ist. Im Gespräch ist Francisco Roig, der 17 Jahre im Team des Spaniers arbeitete und daher mit den Unsicherheiten von Topstars vertraut ist.

Spätestens beim Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart Mitte April soll Swiateks neuer Trainer an ihrer Seite stehen. Eines ist klar: Die sechsfache Grand-Slam-Siegerin wird nicht ruhen, bis sie ihre alte Stärke wiedergefunden hat. Der Weg zurück an die Spitze wird jedoch ein harter Kampf gegen innere Dämonen und äußere Erwartungen.

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