VBL: Freiburgs einzigartige Volleyball-WG vor dem Playoff-Endspiel
Freiburgs einzigartige Volleyball-WG vor Playoff-Endspiel

VBL: Freiburgs einzigartige Volleyball-WG vor dem Playoff-Endspiel

In einem Reihenhaus in einem grünen Freiburger Stadtteil wohnen sechs Profis der FT 1844 Freiburg gemeinsam unter einem Dach. Diese ungewöhnliche Wohngemeinschaft, die etwa ein Drittel des Kaders der sogenannten "Affenbande" umfasst, könnte im entscheidenden Kampf um die Playoffs der Volleyball-Bundesliga der Männer zum Zünglein an der Waage werden. Ihr Zusammenhalt und der dadurch gestärkte Teamgeist machen sich nicht nur im Alltag, sondern auch sportlich bemerkbar.

Ein Zuhause mit internationalem Flair

Der 28-jährige Libero Timothy McIntosh, der von seinen Mitbewohnern als "WG-Papa" bezeichnet wird, betont, dass es sich hierbei keineswegs um eine reine Zweckgemeinschaft handelt. "Wenn man einen Ort findet, den man wirklich als Zuhause bezeichnen kann und der von Menschen umgeben ist, die einem am Herzen liegen, dann macht das einen Unterschied, wenn man auf dem Feld kämpft", erklärt der in Miami geborene Abwehrspezialist. In dem Haus mit hellblauer Fassade, in dem sonst vor allem Familien leben, haben sich die sechs Volleyballer gemütlich eingerichtet.

Die WG vereint Spieler unterschiedlicher Herkunft: Aus den USA stammen McIntosh und das Mittelblocktalent Charles Figy (22), während die Kanadier Liam Kristjanson (24) und Brendan Mills (22) das nordamerikanische Kontingent komplettieren. Mills wird trotz seiner stattlichen 2,03 Meter von seinen Mitbewohnern liebevoll als "Baby der Familie" bezeichnet. Das deutsche Duo Marco Frohberg (24) und Karl Klehm (22) rundet die internationale Truppe ab.

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Alltag und Teamgeist jenseits des Platzes

Obwohl die Spieler im Team von Trainer Jakob Schönhagen um Spielzeit konkurrieren, ist dieser Wettbewerb im Alltag der WG kaum spürbar. Im Gegenteil: Der Zusammenhalt zeigt sich in vielen kleinen Gesten. So teilen sich die Kanadier kollegial die einzige Spülmaschine in ihrer Etage, während McIntosh als Ältester gerne mal das Kochen übernimmt. Gemeinsame Aktivitäten wie virtuelle Golfspiele an der Konsole oder Grillpartys im Garten stärken das Miteinander.

McIntosh empfindet dieses 2024 geschaffene Modell im Profigeschäft als "ziemlich einzigartig". Der positive Effekt auf den Teamgeist spiegelt sich auch in sportlichen Erfolgen wider: Im vergangenen Jahr schaffte es Freiburg in der erst zweiten Bundesliga-Saison in die Playoffs, wobei einige der jetzigen WG-Bewohner bereits auf dem Feld standen.

Entscheidung in den letzten Spielen

Ob dieser Erfolg in dieser Saison wiederholt werden kann, entscheidet sich in den letzten beiden Spielen der Hauptrunde. Im Duell mit den WWK Volleys Herrsching kann die FT durch einen deutlichen Heimsieg am Samstag bis auf einen Punkt an den Tabellennachbarn heranrücken. Derzeit hält Herrsching als Achter das Ticket für die Playoffs noch in der Hand.

Während die Münchner ihr letztes Spiel gegen den Serienmeister BR Volleys bestreiten müssen, hat die FT mit dem ASV Dachau die auf dem Papier einfachere Aufgabe vor sich. Die Volleyball-WG würde sich über eine Playoff-Party im heimischen Garten sicher nicht beklagen. Der rund dreiminütige Fußmarsch zum Vereinsgelände, den McIntosh stets in Begleitung seiner fünf Mitbewohner bestreitet, könnte bald noch bedeutungsvoller werden.

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