Schwerin verliert Supertalent Leana Grozer: Abschied unter Tränen, Aufbruch nach Italien
Leana Grozer verlässt Schwerin für Italien: Abschied unter Tränen

Abschied unter Tränen: Schwerins Supertalent Leana Grozer wagt Karrieresprung nach Italien

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe in der deutschen Volleyballszene: Leana Grozer, das 19-jährige Ausnahmetalent des SSC Palmberg Schwerin, verlässt den Bundesligisten und wechselt in die italienische Serie A1 zu Volley Busto Arsizio. Die emotionale Verabschiedung nach dem Play-off-Halbfinale gegen den VfB Suhl war nur der Auftakt für einen der spektakulärsten Vereinswechsel der Saison.

Tränenreiche Verabschiedung und die Sehnsucht nach neuen Herausforderungen

„Schon bei meinem letzten Aufschlag wusste ich – gleich ist es vorbei“, gesteht Grozer im exklusiven Interview. „Ich habe die Atmosphäre in der Halle dann noch einmal aufgesaugt. Nach dem letzten Punkt brach dann alles über mich zusammen.“ Die Niederlage gegen Suhl war bitter, doch die eigentliche Tragik lag im Abschied von einer Mannschaft, die ihr ans Herz gewachsen war.

Dennoch überwiegt bei der jungen Athletin die Vorfreude auf das Abenteuer Italien. „Nach Italien zu gehen, das war schon immer eines meiner großen Ziele“, erklärt sie entschlossen. „Sicher, ich hätte auch noch ein, zwei Jahre beim SSC bleiben können, aber ich fühle mich bereit für diese neue, große Herausforderung.“

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Familiäre Unterstützung und der Druck der Erwartungen

Bei der schwierigen Entscheidung spielte ihre Familie eine zentrale Rolle. Besonders die Erfahrungen ihrer Stiefmutter Helena, die selbst drei Jahre für Busto Arsizio spielte, gaben den Ausschlag. „Sie konnte nur Gutes berichten“, so Grozer. Doch anders als bei ihrem Wechsel nach Schwerin 2023, als Mutter und Schwester mitzogen, muss sie diesmal alleine in die Lombardei aufbrechen.

Die Erwartungen sind hoch: „Ich bin nicht mehr das junge Talent, sondern eine Ausländerin, von der sofort starke Leistungen erwartet werden. Mit diesem Druck muss ich zurechtkommen“, analysiert die 19-Jährige realistisch. Ein Trost bleibt: „Beruhigend ist, dass ich jederzeit zum SSC zurückkehren könnte. Hier ist mein Zuhause.“

Olympiaträume und nationale Ambitionen

Grozer hat klare Ziele vor Augen: „Ich will zu den Großen im Volleyball gehören, zu den Stars. Ich will das Maximale erreichen.“ Dazu zählt für sie nicht nur der Wechsel in eine der weltbesten Ligen, sondern vor allem die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles. Ein besonderer Traum: „Im Idealfall spielt mein Papa dann noch für die Männer-Nationalmannschaft und wir sehen uns im Olympischen Dorf.“

Auch kurzfristig hat sie Ambitionen: „Ich hoffe, dass ich im August bei der Europameisterschaft dabei bin. Ich bin bereit, alles zu geben.“ Bisher hat Bundestrainer Vital Heynen sie noch nicht kontaktiert, doch ihre Leistungen sprechen für sich.

Privates Leben zwischen Mittagsschlaf und verpassten Prüfungen

Abseits des Volleyballplatzes ist Grozer eine bodenständige junge Frau. „Freunde und Familie sind mir sehr wichtig, aber auch mein Mittagsschlaf ist mir heilig“, verrät sie mit einem Schmunzeln. „Wenn ich unausgeschlafen bin, kriege ich schnell schlechte Laune.“

Ihre sportlichen Interessen sind breit gefächert: Sie verfolgt leidenschaftlich Fußball – besonders die Champions-League-Spiele des FC Bayern –, schaut Tennis und bewundert die Basketball-Nationalmannschaft um Dennis Schröder. Als ehemalige Torhüterin hat sie sogar eine besondere Verbindung zu Manuel Neuer: „Ich bin schon lange ein riesiger Neuer-Fan und habe mir als Kind zum Geburtstag immer Trikots von ihm gewünscht.“

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: „Schlechtes Thema“, muss sie bei der Frage nach ihrem Führerschein eingestehen. „Da ich einige Unterlagen nicht rechtzeitig eingereicht habe, durfte ich an der theoretischen Prüfung noch nicht teilnehmen.“ Jetzt drängt die Zeit, denn vor dem Aufbruch nach Italien will sie den Führerschein endlich in der Tasche haben.

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Ein Abschied mit bleibenden Erinnerungen

Was bleibt von ihrer Zeit in Schwerin? „Selbstverständlich der Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2025“, antwortet Grozer ohne Zögern. „Wir hatten ein absolut cooles Jahr und dass sich dieses Team mit dem Titel krönen durfte, war fantastisch.“ Doch nicht nur sportliche Erfolge prägten ihre drei Jahre beim SSC: „Abseits des Spielfeldes wird mir die familiäre Stimmung ebenso in Erinnerung bleiben wie die offene Kommunikation mit dem Trainerteam.“

Die Volleyball-Bundesliga verliert mit Leana Grozer eines ihrer größten Talente, doch Italien gewinnt eine ambitionierte Athletin, die bereit ist, sich unter Druck zu beweisen. Ihr Weg führt sie nun in eine der härtesten Ligen der Welt – mit klaren Zielen und dem festen Willen, zu den Besten zu gehören.