SVG Lüneburg im CEV-Cup-Finale: Mit Respekt, aber ohne Außenseiter-Mentalität
Die SVG Lüneburg steht vor einer der größten Herausforderungen der Vereinsgeschichte. Im Finale des CEV Cups, des zweithöchsten europäischen Wettbewerbs im Volleyball, trifft der deutsche Bundesligist auf den italienischen Topklub Gas Sales Bluenergy Piacenza. Doch Trainer Stefan Hübner hat für seine Mannschaft eine klare Botschaft: Das Wort Außenseiter kommt nicht in unserem Vokabular vor.
Zweiter Anlauf auf europäischen Titel
Für die SVG Lüneburg ist es bereits der zweite Versuch, den CEV Cup zu gewinnen. Im Jahr 2024 scheiterte der Klub noch am polnischen Spitzenklub Resovia Rzeszow in Hin- und Rückspiel. Seitdem hat sich jedoch viel getan. Die Norddeutschen entwickelten sich zu einer ernstzunehmenden Kraft im deutschen Volleyball und erreichten im vergangenen Jahr sogar das Finale der Bundesliga. Dort durchbrachen sie das ewige Duell zwischen den Berlin Recycling Volleys und dem VfB Friedrichshafen.
Der bisherige Höhepunkt dieser Entwicklung war der Gewinn des DVV-Pokals im Februar dieses Jahres – der erste Titel in der Vereinsgeschichte überhaupt. Dieser Erfolg hat dem Team enormes Selbstvertrauen gegeben, betonen Beobachter. Nun wollen die Lüneburger diesen Schwung mit auf die internationale Bühne nehmen.
Gegner mit geballter Erfahrung
Der italienische Gegner Gas Sales Bluenergy Piacenza stellt jedoch eine gewaltige Hürde dar. Trainer Hübner beschreibt die Mannschaft als eine tolle Mannschaft mit tollen Spielern. Besonders hervorzuheben ist der 38-jährige Mittelblocker Robertlandy Simón, der in seiner Karriere auf Klubebene fast alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt. Mit der kubanischen Nationalmannschaft feierte er zudem 2010 WM-Silber.
Auch der erst 21 Jahre alte Youngster Alessandro Bovolenta sorgt für Aufsehen. Der Topscorer seines Teams war bereits vor zwei Jahren Teil des italienischen Olympia-Teams und gilt als eines der größten Talente im europäischen Volleyball. Für uns ist es einfach cool, gegen solche Leute zu spielen, sagte Hübner mit einer Mischung aus Respekt und Vorfreude.
Herausforderung und Chance zugleich
Vor dem Hinspiel am Mittwoch um 19:00 Uhr betonte Hübner die besondere Mentalität seines Teams: Wir gehen die Aufgabe mit Respekt und Freude an und versuchen, ein gutes Spiel zu machen. Die Spieler hätten tierisch Bock drauf, aber keine Ehrfurcht. Im Sport kann schließlich viel passieren, so der erfahrene Trainer, der selbst viele Jahre als Spieler in Italien aktiv war.
Eine besondere Herausforderung wird die Annahme der Aufschläge der Italiener sein. Da geht es immer nur volle Pulle, warnte Hübner. Doch genau diese Herausforderungen seien es, die den Sport so spannend machen.
Doppelbelastung mit nationalen Ambitionen
Das CEV-Cup-Finale ist nicht die einzige Herausforderung, der sich die SVG Lüneburg derzeit stellen muss. Parallel kämpft das Team auch noch um die deutsche Meisterschaft. Nach einem deutlichen 3:0-Sieg im ersten Spiel der best-of-three-Serie gegen die SWD powervolleys Düren ist das erneute Final-Ticket zum Greifen nah.
Dieses Finale ist deren absolutes Saison-Highlight, sagte Hübner über den italienischen Gegner. Doch auch für die Lüneburger haben die beiden Duelle eine enorme Bedeutung. Sie könnten den bisherigen Höhepunkt einer bemerkenswerten Entwicklung markieren, die den Verein von einem Außenseiter zu einem ernstzunehmenden Titelaspiranten auf nationaler und internationaler Ebene gemacht hat.
Die SVG Lüneburg geht also mit einer klaren Haltung ins Finale: Mit dem nötigen Respekt vor dem starken Gegner, aber ohne sich selbst als Außenseiter zu sehen. Ein Sieg wäre nicht nur ein weiterer Titel, sondern der Beweis, dass deutsche Volleyballvereine auch auf europäischer Ebene mithalten können.



