Deutsche Skijuwel Emma Aicher glänzt mit Doppelerfolg in den Pyrenäen
Soldeu in Andorra wurde zum Schauplatz eines beeindruckenden Auftritts der deutschen Skirennfahrerin Emma Aicher. Die 22-Jährige, die bereits bei den Olympischen Winterspielen in Cortina mit zwei Silbermedaillen auf sich aufmerksam gemacht hatte, präsentierte sich auch im Weltcup in absoluter Topform. Nach einem überlegenen Sieg im ersten Super-G am Samstag sicherte sie sich tags darauf einen starken zweiten Platz und demonstrierte damit ihre herausragende Verfassung.
Dominante Vorstellung in den Pyrenäen
Im ersten Super-G-Rennen setzte Emma Aicher ein klares Statement: Mit fast einer Sekunde Vorsprung auf die zweitplatzierte Neuseeländerin Alice Robinson und die Schweizerin Corinne Suter zeigte sie ihre überragende Klasse. Am Sonntag musste sich die Deutsche nur der Italienerin Sofia Goggia geschlagen geben, die mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,24 Sekunden die Nase vorn hatte. Die Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie komplettierte das Podest.
„Das war ein sehr gutes Wochenende“, resümierte Aicher nach ihren beiden starken Auftritten in Andorra. Trotz ihrer dominanten Leistungen bleibt die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin bescheiden: „Ich finde jetzt nicht, dass es voll durchgezogen war“, kommentierte sie ihre Fahrt im Interview mit der ARD. „Ich habe mir während der Fahrt gedacht: Ein bisschen konsequenter fahren! Aber vielleicht hat es ja ganz gut gepasst.“
Erfolgreiche Saison mit beeindruckender Bilanz
Die aktuelle Saison entwickelt sich für Emma Aicher außergewöhnlich erfolgreich:
- Insgesamt fünf Weltcup-Siege in ihrer Karriere
- Drei dieser Siege gelangen allein in diesem Winter
- Siebenmal unter den Top drei in dieser Saison
- Erfolge in drei verschiedenen Disziplinen
- Olympisches Silber in der Abfahrt und Team-Kombination
Diese beeindruckende Bilanz unterstreicht das enorme Potenzial der deutsch-schwedischen Skirennfahrerin, die als größte Alpin-Hoffnungsträgerin Deutschlands gilt.
Jagd auf die begehrte Kristallkugel
Nach ihren starken Leistungen in Andorra rückt nun die Kristallkugel ins Visier der 22-Jährigen. Diese traditionelle Trophäe wird an die Jahresbesten in den Disziplinwertungen vergeben. Im Super-G sind Aichers Chancen zwar geschrumpft – nach Goggias Sieg liegt sie als Drittplatzierte mit 116 Punkten Rückstand auf die führende Italienerin.
In der Abfahrtswertung sieht die Situation jedoch vielversprechender aus: Hier belegt Aicher den zweiten Platz, liegt aber nur 94 Punkte hinter der führenden Amerikanerin Lindsey Vonn. Da Vonn nach ihrer schweren Unterschenkel- und Knieverletzung bei Olympia in diesem Winter kein Rennen mehr bestreiten kann, eröffnen sich für die Deutsche realistische Chancen auf den Gewinn der Kristallkugel.
Teamgeist und bescheidene Art
Nach ihren Erfolgen in Soldeu ließ sich Emma Aicher erneut auf den Schultern ihrer Betreuer tragen und feierte mit Ski und Schampusflasche in der Hand. Auch Teamkolleginnen wie Kira Weidle-Winkelmann und Fabiana Doriga jubelten mit der erfolgreichen Deutschen. Aichers bescheidene Art und ihre Konzentration auf das Wesentliche – das Skifahren – machen sie zu einer sympathischen wie erfolgreichen Sportlerin, die verbal nicht die Muskeln spielen lässt, sondern ihre Leistungen auf der Piste sprechen lässt.
Mit ihrer aktuellen Form und den guten Aussichten in der Abfahrtswertung könnte Emma Aicher schon bald den nächsten großen Erfolg feiern und die begehrte Kristallkugel in ihren Händen halten.



