Skeleton-Star entdeckt Medaillenfehler live im ZDF-Studio
Es ist nicht alles Silber, was gleichmäßig glänzt. Bei einem Auftritt im ZDF-Studio in Mainz am Freitagabend machte der deutsche Skeleton-Olympionike Axel Jungk (34) eine überraschende Entdeckung. Während er seine beiden Silbermedaillen von den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo präsentierte, fielen ihm deutliche Unterschiede zwischen den beiden Auszeichnungen auf.
Qualitätsunterschiede bei olympischen Medaillen
Jungk hielt die Medaillen direkt vor die Kamera und erklärte: „Dafür, dass es zweimal Silber ist, sehen die Medaillen nicht gleich aus. Die eine hat hier im Ring so einen Beschlag. Da muss ich mich nochmal drum kümmern.“ Tatsächlich zeigte sich rund um die Ringe in der Mitte der Medaille ein sichtbarer Qualitätsunterschied – das Metall schimmerte deutlich weniger als bei der identischen Auszeichnung in seiner anderen Hand.
Jede der Silbermedaillen besteht aus etwa 500 Gramm Feinsilber mit einem Materialwert von 1.136,21 Euro. Doch offenbar gibt es bei der Verarbeitung Schwankungen, die selbst für den Laien erkennbar sind.
Auch Bronzemedaillen betroffen
Nicht nur Jungk hatte Grund zur Kritik. Sein Teamkollege Christopher Grotheer (33), der bei denselben Spielen zweimal Bronze gewann, stellte ebenfalls Unterschiede zwischen seinen Medaillen fest. „Die Medaille aus dem Einzel sieht schöner aus als die aus dem Teamrennen. Aber bei mir ist das nicht ganz so schlimm wie beim Axel“, so Grotheer. Seine Bronzemedaillen bestehen jeweils aus rund 420 Gramm Kupfer.
Dies ist nicht die erste Medaillenpanne bei den Olympischen Winterspielen 2026. Bereits zuvor war der schwedischen Langläuferin Ebba Andersson (28) die Medaille vom Band gerissen. Dasselbe Missgeschick ereilte den deutschen Biathleten Justus Strelow (29) mit seiner Bronzemedaille aus der Mixed-Staffel.
Jungk kritisiert Vermarktung des Skeleton-Sports
Neben den Medaillenproblemen nutzte Jungk den Auftritt im ZDF-Studio, um ein weiteres wichtiges Thema anzusprechen: die internationale Vermarktung des Skeleton-Sports. „Ich habe, um ehrlich zu sein, nicht den Hauch einer Ahnung, was sich die IBSF dabei denkt, dass die Männer immer freitags früh um 9 Uhr fahren“, kritisierte der Sportler.
Die normalen Skeleton-Weltcuprennen des Internationalen Bob- und Skeleton-Verbands (IBSF) finden tatsächlich nicht am Wochenende statt, was die Zuschauerzahlen laut Jungk erheblich beeinträchtigt. „Man muss sich nur den YouTube-Kanal des Verbands anschauen. Dort werden unsere Rennen übertragen, da kann man sich die traurigen Zahlen anschauen, wie viele Menschen unsere Rennen gesehen haben. Das geht meistens nicht ins Fünfstellige. Ob sich daran etwas ändert? Ich wage es zu bezweifeln“, so seine ernüchternde Einschätzung.
Deutsche Dominanz im Eiskanal
Trotz der Kritik an Medaillenqualität und Sportvermarktung bleibt der Eiskanal eine verlässliche Medaillengarantie für Deutschland. Von bisher 22 vergebenen Medaillen in den Disziplinen Rodeln, Bobfahren und Skeleton gingen beeindruckende 15 nach Deutschland. Gold im Skeleton gewann der Brite Matt Weston (28), während Jungk mit Silber und Grotheer mit Bronze die deutschen Erfolge komplettierten.
Ein gerissenes Band oder ein sichtbarer Beschlag auf der Medaille dürfte die Freude über olympisches Edelmetall zwar nicht trüben, wirft jedoch Fragen zur Qualitätskontrolle bei der Herstellung dieser prestigeträchtigen Auszeichnungen auf.



