Deutsche Biathlon-Staffel stürzt auf historischen Tiefpunkt: Fichtners Tränen nach Regelverstoß
Biathlon: Deutsche Staffel mit historischem Tiefpunkt

Deutsche Biathlon-Damen stürzen auf historischen Tiefpunkt

Es war ein Moment, der in die Annalen des deutschen Biathlons eingehen wird – allerdings als dunkles Kapitel. Bei der Frauen-Staffel im finnischen Kontiolahti erlebte das deutsche Quartett einen historischen Tiefschlag, der bereits mit dem Startschuss seinen Lauf nahm.

Fichtners folgenschwerer Fehler zu Staffelbeginn

Startläuferin Marlene Fichtner (22) patzte beim ersten Schießen auf bittere Weise. Die junge Athletin begeht einen Regelverstoß, der für das gesamte Team verheerende Konsequenzen haben sollte. Sie hatte versehentlich nicht alle erforderlichen Schüsse abgegeben, was zu einer zweiminütigen Zeitstrafe führte.

„Ich habe zwei Schüsse abgegeben“, schilderte die sichtlich niedergeschlagene Fichtner nach dem Rennen unter Tränen. „Beim zweiten Schuss ist die Scheibe erst nicht gefallen, und dann habe ich gedreht. Dann bin ich an den Anschlag und hatte anscheinend schon vorher repetiert – sozusagen zweimal repetiert.“

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Die fatale Folge: „Dann ist halt der eine Schuss sozusagen rausgefallen. In der Abfahrt ist mir dann aufgefallen, dass ich ja eigentlich nochmal drei mindestens hätte nachladen müssen.“

Das Rennen ist bereits nach der Strafe entschieden

Nach der zweiminütigen Zeitstrafe war das Rennen für die deutschen Biathlon-Damen praktisch bereits gelaufen. Fichtner übergab das Staffelholz nur auf Rang 18 an Julia Tannheimer – mit einem gewaltigen Rückstand von 1:44 Minuten auf die führenden Teams.

ZDF-Kommentator Volker Grube fand deutliche Worte für die Situation: „Für denjenigen, der den Fehler gemacht hat, ist das immer eine saublöde Sache. Sie weiß, dass sie ihre Mannschaft in eine unlösbare Aufgabe gebracht hat.“

Historischer Negativrekord für deutsche Frauen-Staffel

Am Ende gewannen die Schwedinnen vor Frankreich und Norwegen. Vanessa Voigt brachte das deutsche Quartett mit 6:35 Minuten Rückstand als 16. ins Ziel – ein Ergebnis, das in die Geschichtsbücher eingeht.

Moderator Alex Ruda ordnete das Rennen unmissverständlich ein: „Wenn man das Ganze freundlich formulieren möchte, dann kann man sagen, dass heute der Wurm drin war bei den deutschen Frauen. Wenn man es ganz sachlich formulieren möchte, dann kommt man an dem Wort Debakel nicht vorbei.“

Die bittere Bilanz: Es handelt sich tatsächlich um das schlechteste Abschneiden einer deutschen Frauenstaffel aller Zeiten. Selbst zwei zwölfte Plätze aus den Jahren 2019 und 2021 in Nove Mesto waren besser gewesen. „Selbst wenn man die zwei Minuten abzieht, bleibt es bei der Platzierung“, so Ruda.

Emotionale Reaktion der jungen Athletin

Marlene Fichtner, die als großes Talent im deutschen Biathlon gilt, kämpfte nach dem Rennen sichtlich mit ihren Emotionen. Die Tränen standen ihr nahe, als sie sich den Fragen der Journalisten stellte und den folgenschweren Ablauf des Schießens schilderte.

Die junge Sportlerin, die normalerweise für ihre Präzision und Konzentration bekannt ist, erlebte in Kontiolahti ihren persönlichen Albtraum – der zugleich zum Albtraum für das gesamte deutsche Team wurde.

Dieser Tag in Finnland wird als einer der schwärzesten in der Geschichte des deutschen Frauen-Biathlons in Erinnerung bleiben. Während die Konkurrenz um die Podestplätze kämpfte, musste das deutsche Quartett bereits früh alle Hoffnungen auf ein gutes Ergebnis begraben.

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