Zweites Olympia-Gold: Bob-Duo Nolte und Levi denkt nicht ans Aufhören
Die deutschen Bob-Gigantinnen Laura Nolte (27) und Deborah Levi (28) haben bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina d’Ampezzo erneut Geschichte geschrieben. Nach ihrem Triumph 2022 in Peking sicherten sie sich nun auch in Italien die Goldmedaille im Zweierbob – und kündigten überraschend an, ihre Karriere vorerst fortzusetzen.
Emotionale Entscheidung nach goldenem Triumph
Eigentlich hatten Nolte und Levi nach den Spielen von Cortina mit dem Leistungssport aufhören wollen. Doch der erneute Olympiasieg hat ihre Pläne gründlich über den Haufen geworfen. „Für mich ist die Reise noch nicht zu Ende“, erklärte Laura Nolte nach dem Rennen. „Wir beide hatten eigentlich immer gesagt, dass wir 2026 aufhören wollen – das haben wir uns jetzt anders überlegt. Es macht einfach noch super viel Spaß, zumal es auch noch so gut läuft.“
Die Begeisterung war den Athletinnen nach ihrem überlegenen Sieg deutlich anzumerken. Mit einem Vorsprung von 0,53 Sekunden auf ihre Teamkollegin Lisa Buckwitz (31) nach vier Läufen demonstrierten sie eindrucksvoll ihre Dominanz in dieser Disziplin.
Gold-Triple als neues großes Ziel
Das erfolgreiche Duo hat bereits ein neues, ambitioniertes Ziel vor Augen: das Gold-Triple bei den Olympischen Winterspielen 2030 im französischen La Plagne. Besonders reizvoll ist für die beiden Sportlerinnen dabei die Erinnerung an ihren ersten gemeinsamen Weltcup-Sieg, den sie genau an dieser Bahn im Jahr 2020 feierten.
„Die Bahn in La Plagne hat noch einen super Platz in unserem Herzen“, verriet Nolte. Die Aussicht, an diesem besonderen Ort erneut um Olympia-Gold zu kämpfen, scheint ein starker Motivationsfaktor für die Fortsetzung ihrer Karriere zu sein.
Gemeinsame Stärke trotz persönlicher Herausforderungen
Besonders Deborah Levi musste in den vergangenen Jahren einige Rückschläge verkraften. Im Dezember 2022 wurde sie nach einem Knorpelschaden am linken Knie operiert, und als sie wieder fit war, zwang sie ein Bandscheibenvorfall zwei Jahre später zur nächsten Wettkampfpause.
„Als ich wirklich lange raus war und mich wieder zurückkämpfen musste, wusste ich, dass Laura auf mich wartet“, erzählte Levi emotional. „Es ist schön zu wissen, dass ich eine Freundin habe, die heiß darauf ist, dass wir wieder zusammenfahren. Auch das ist das, was uns zu Gold trägt.“
Besonderes Familienerlebnis nach schwierigen Jahren
Anders als bei den Corona-bedingt eingeschränkten Spielen in Peking konnten Nolte und Levi ihren Triumph diesmal mit ihren Familien feiern. Obwohl die Tribüne vor dem Ziel wegen Dachlawinen-Gefahr vor den Finalläufen gesperrt wurde, fanden die Angehörigen im Zielhaus einen Platz in unmittelbarer Nähe.
„Das war cool“, freute sich Nolte. „Die waren noch näher dran. Da konnte man sie danach direkt in den Arm nehmen, das war noch viel schöner.“ Für die Athletinnen war dies ein besonders emotionaler Moment nach den Entbehrungen der vergangenen Jahre.
Ausblick auf eine weitere Olympia-Ära
Die Entscheidung von Nolte und Levi, ihre Karriere fortzusetzen, bedeutet für den deutschen Bobsport einen enormen Schub. Mit ihrer Erfahrung, ihrem Teamgeist und ihrer nachgewiesenen Siegermentalität bleiben sie die Maßstäbe setzenden Athletinnen in ihrer Disziplin.
„Mal schauen, was die Zukunft bringt“, sagte Nolte mit einem Lächeln. Doch eines steht bereits fest: Der Weg nach La Plagne 2030 ist für das erfolgreiche Duo geebnet, und die deutsche Bob-Nation kann sich auf weitere spannende Jahre mit ihren Gold-Gigantinnen freuen.



