Skibergsteigen-Eklat: DAV sperrt drei Whistleblower-Athleten vorläufig aus
DAV sperrt drei Whistleblower-Athleten im Skibergsteigen aus

Skibergsteigen-Eklat: DAV sperrt drei Whistleblower-Athleten vorläufig aus

Im deutschen Skibergsteigen eskaliert der Konflikt zwischen Athleten und Verband weiter. Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass drei Kader-Athletinnen und -Athleten, die zuletzt schwere Vorwürfe gegenüber dem Verband geäußert hatten, vorläufig nicht mehr an internationalen Wettkämpfen im Rahmen des DAV-Kaders teilnehmen dürfen. Diese drastische Maßnahme begründet der DAV mit einer deutlich angespannten Situation innerhalb des Skimo-Teams in den vergangenen Wochen.

Teamklima zerrüttet – geordneter Trainingsbetrieb in Gefahr

Mehrere Athleten sowie Mitglieder des Trainer- und Betreuerstabs haben der DAV Leistungssport gGmbH mitgeteilt, dass sich das Teamklima erheblich verschlechtert hat. Unter den aktuellen Umständen sei ein geordneter Trainings- und Wettkampfbetrieb nicht mehr verlässlich gewährleistet. „Die Entscheidung ist nicht leicht gefallen“, erklärte DAV-Präsident Roland Stierle. „Leistungssport braucht jedoch ein Umfeld, in dem Vertrauen und Zusammenarbeit möglich sind.“

Bluttest unter fragwürdigen Bedingungen – Athleten schlagen Alarm

Hintergrund der Eskalation sind Vorwürfe von insgesamt drei Athleten, darunter Sophia Weßling und Felix Gramelsberger. Sie berichten von gravierenden Mängeln bei den Hygienestandards bei Blutabnahmen während eines leistungsdiagnostischen Tests im April 2024. Zudem seien Sicherheitsmaßnahmen bei Belastungstests nicht eingehalten worden. Diese Vorwürfe haben zu erheblichen Spannungen innerhalb des Teams geführt.

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Strafanzeigen gegen Führungsduo – Staatsanwaltschaft ermittelt

Weßling und Gramelsberger hatten sich im Februar in der Sportschau erstmals öffentlich zu den Vorfällen geäußert. Parallel dazu stellten die drei Athleten Strafanzeige wegen Nötigung und gefährlicher Körperverletzung gegen den Sportlichen Leiter Herrmann Gruber und den ehemaligen Bundestrainer Maximilian Wittwer. Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat Ermittlungen aufgenommen. Gruber wurde auf eigene Bitte vom DAV von seinen Aufgaben freigestellt.

Kanzlei-Bericht deckt Angstatmosphäre auf – DAV zieht Konsequenzen

Im Vorfeld der Ausschlussentscheidung hatte der DAV eine Kanzlei mit der Prüfung der eingegangenen Hinweise beauftragt. In deren Einschätzung wird festgestellt, dass teils eine „Angstatmosphäre“ herrsche, die auf das Verhalten der vorwerfenden Personen zurückgehe. Dieser Bericht hat maßgeblich zu den nun getroffenen Maßnahmen beigetragen.

Maßnahmen ohne Schuldzuweisung – DAV garantiert Schutz für Hinweisgeber

Der DAV betont, dass der vorläufige Ausschluss keine Bewertung der gegen die drei Athleten geäußerten Hinweise darstellt und ebenfalls keine Reaktion auf deren ursprüngliche Vorwürfe ist. „Hinweisgeber sollen und können sich auch künftig ohne Sorge vor Repressalien äußern“, so der Verband. Damit will man sicherstellen, dass Whistleblower weiterhin geschützt sind, während gleichzeitig die Teamdynamik stabilisiert wird.

Die Situation im deutschen Skibergsteigen bleibt somit weiterhin angespannt. Die vorläufige Suspendierung der drei Athleten markiert einen weiteren Höhepunkt in einer Serie von Konflikten, die das Team seit Monaten beschäftigen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft entwickeln und ob der DAV langfristig eine Lösung für die zerrüttete Atmosphäre finden kann.

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