Deutsches Skisprung-Duo verpasst Podestplatz in Lahti erneut knapp
Die deutschen Skispringer Felix Hoffmann und Philipp Raimund haben im Super-Team-Wettbewerb von der Großschanze im finnischen Lahti das Podium knapp verpasst. Das Duo des Deutschen Skiverbands (DSV) belegte am Ende den vierten Platz und wiederholte damit das enttäuschende Ergebnis von den Olympischen Winterspielen, wo ebenfalls nur der vierte Rang heraussprang.
Ähnliches Bild wie bei Olympischen Spielen
Die Konstellation erinnerte stark an die Winterspiele in Predazzo, wo Philipp Raimund und Andreas Wellinger ebenfalls hauchdünn an der Bronzemedaille vorbeigesprungen waren. Damals fehlten umgerechnet nicht einmal 17 Zentimeter zum ersehnten Podestplatz, nachdem der Wettbewerb aufgrund von starkem Schneefall vorzeitig abgebrochen worden war.
In Lahti war das Ergebnis ähnlich knapp: Das deutsche Duo scheiterte am Ende um lediglich 1,2 Punkte, was etwa 60 Zentimetern entspricht. „Die Sprünge sind nicht ganz gelungen, speziell bei Philipp nicht. Es war nicht sein Tag. Felix hatte ein hohes Niveau. Es wäre mehr möglich gewesen“, analysierte Bundestrainer Stefan Horngacher im ZDF die Leistung seiner Athleten.
Top-Nationen entziehen sich
Die Medaillenränge gingen an die starken Skisprung-Nationen Österreich, Slowenien und Finnland. Österreich, das bei den Olympischen Spielen Teamgold gewonnen hatte, und Slowenien zeigten sich nahezu fehlerfrei und ließen den deutschen Springern kaum Chancen. Felix Hoffmann und Einzel-Olympiasieger Philipp Raimund waren zwar immer in Schlagdistanz zu Rang drei, doch keinem der beiden Athleten gelang in einem der drei Durchgänge ein wirklich weiter Satz, um die Konkurrenz ernsthaft unter Druck zu setzen.
Im entscheidenden letzten Versuch hätte Raimund noch einige Meter aufholen müssen, um das Blatt zu wenden. Mit einer Weite von 122 Metern konnte er jedoch keine Verbesserung mehr erzielen. „Es waren nicht meine besten Sprünge“, räumte der Olympiasieger selbstkritisch ein. „Mir hat die Energie gefehlt.“
Norwegisches Patzer ermöglicht Finnland Bronze
Ein unerwarteter Wendepunkt ergab sich, als die vor dem letzten Springen drittplatzierten Norweger im Schlussdurchgang patzten. Dies nutzte das finnische Team aus und schob sich an Deutschland vorbei auf den Bronzerang. Für das DSV-Duo bedeutete dies erneut die bittere Enttäuschung, so nah am Podest gewesen zu sein, es aber doch nicht erreicht zu haben.
Disqualifikation trifft Mitfavorit Japan
Bereits nach dem ersten Sprung traf es den Mitfavoriten Japan hart: Ren Nikaido wurde disqualifiziert, weil er einen um einen Zentimeter zu langen Ski im Vergleich zu seinem Körpergewicht verwendete. Der 24-Jährige, der knapp eine Woche zuvor aufgrund des Krieges im Nahen Osten in einem Hotelzimmer in Dubai festsaß, musste somit frühzeitig das Wettkampfgeschehen verlassen.
Interessanterweise war bereits am Freitag der slowenische Star Domen Prevc aus demselben Grund disqualifiziert worden, was die Strenge der Regularien unterstreicht.
Ausblick auf kommende Wettkämpfe
Für die deutschen Skispringer geht die Saison weiter: In der nächsten Woche stehen Wettkämpfe am berühmten Holmenkollen in Oslo auf dem Programm. Anschließend folgen noch die Skifliegen in Vikersund in Norwegen und im slowenischen Planica. Das Team um Bundestrainer Horngacher wird hoffen, dort die fehlenden Zentimeter für einen Podestplatz zu finden.



