Anna-Lena Forster: Die Zukunft der deutschen Para-Skistar bleibt ungewiss
Die bekannteste deutsche Para-Wintersportlerin Anna-Lena Forster steht vor einer schweren Entscheidung. Die 30-jährige Monoskifahrerin, die bei den Paralympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo (6. bis 15. März 2026) antritt, lässt ihr mögliches Karriereende bewusst offen. In einem exklusiven Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) äußerte sich die viermalige Paralympics-Siegerin zu ihren Zukunftsplänen.
„Ich bin in einem totalen Zwiespalt“
„Ich werde es davon abhängig machen, wie die Spiele laufen, wie ich mich danach fühle und was ich dann machen möchte“, erklärte Forster mit bemerkenswerter Offenheit. Die Athletin betonte die Freude, die ihr der Sport bereitet: „Das Leben hat noch so viel zu bieten, aber mir macht der Sport unheimlich viel Spaß und er gibt mir auch enorm viel. Deswegen bin ich da ehrlich gesagt noch in einem totalen Zwiespalt.“
Ein sofortiges Karriereende nach den aktuellen Paralympics schließt die Spitzensportlerin jedoch kategorisch aus. „Nach den Spielen werde ich sicher nicht aufhören. Die WM 2027 ist fest eingeplant“, versicherte Forster. Die Weltmeisterschaften in Frankreich stünden „auf jeden Fall noch im Fokus“ und darauf freue sie sich bereits jetzt.
Langfristige Perspektiven noch unklar
Was nach der WM 2027 kommt, bleibt vorerst ungewiss. Ob Forster noch einmal einen kompletten Vierjahreszyklus bis zu den nächsten Winterspielen durchhalten wird, kann die Athletin momentan nicht beurteilen. „Obwohl Paralympics in Frankreich nochmal sehr reizvoll wären“, räumte sie ein und deutete damit an, dass eine Teilnahme an den Spielen 2030 nicht ausgeschlossen ist.
Ihre weitere Planung beschrieb Forster als flexibel: „Ich werde künftig von Jahr zu Jahr schauen.“ Diese Herangehensweise ermöglicht es der Sportlerin, ihre Entscheidungen von ihrer aktuellen Form und Motivation abhängig zu machen.
Sorgen um den deutschen Para-Skisport
Neben ihrer persönlichen Zukunft macht sich Anna-Lena Forster auch Gedanken um die Entwicklung des deutschen Para-Alpin-Teams. „Es sieht schon schwierig aus momentan“, gab die erfahrene Athletin zu bedenken. Besorgt äußerte sie sich über die Nachwuchssituation: „Wir hatten im Nachwuchsbereich nochmal einen Trainerwechsel. Da gilt es jetzt ein Stück weit, wieder ein neues Team aufzubauen. Es steht noch viel Arbeit an.“
Forster betonte die Herausforderungen: „Es ist nicht so, dass wahnsinnig viel Nachwuchs da ist. Das macht mir natürlich Sorgen um die eigene Sportart.“ Diese Aussage unterstreicht ihr Engagement über die eigene Karriere hinaus und ihr Bewusstsein für die strukturellen Herausforderungen im deutschen Para-Skisport.
Die kommenden Paralympischen Winterspiele in Norditalien werden somit nicht nur ein sportlicher Höhepunkt für Anna-Lena Forster, sondern möglicherweise auch ein Wendepunkt in ihrer beeindruckenden Karriere. Die Entscheidung über ihre Zukunft bleibt bewusst offen – eine Haltung, die sowohl ihre Leidenschaft für den Sport als auch ihre realistische Einschätzung der eigenen Möglichkeiten widerspiegelt.



