Hannawald hält Schmitt für geeigneten Kandidaten in ferner Zukunft
Der ehemalige Skisprung-Star Sven Hannawald sieht in seinem langjährigen Weggefährten Martin Schmitt zumindest perspektivisch einen möglichen Bundestrainer für die deutschen Skispringer. In einem Interview mit dem Sender Sport1 äußerte sich der Vierschanzentournee-Gewinner von 2001/02 positiv über die charakterlichen Eigenschaften seines früheren Teamkollegen.
Strukturierte Denkweise als große Stärke
„Martin war schon zu unserer aktiven Zeit sehr strukturiert“, betonte Hannawald in seinen Ausführungen. Der viermalige Weltmeister Schmitt habe sich bereits während der gemeinsamen Karriere durch eine besondere analytische Herangehensweise ausgezeichnet. „Er hat viele Fragen gestellt und wollte genau verstehen, warum bestimmte Trainingsmethoden angewendet werden“, erinnerte sich Hannawald an die gemeinsame Zeit im Nationalteam.
Diese gründliche und hinterfragende Arbeitsweise könnte nach Ansicht Hannawalds langfristig zu einer großen Stärke in einer Trainerposition werden. Die intensive Auseinandersetzung mit Trainingsinhalten und -methoden prädestiniere Schmitt grundsätzlich für verantwortungsvolle Aufgaben im Trainerbereich.
Aktuelle Nachfolge für Horngacher noch ungeklärt
Als direkter Nachfolger für den zum Saisonende scheidenden DSV-Cheftrainer Stefan Horngacher kommt Martin Schmitt aus Hannawalds Sicht jedoch nicht infrage. „Im Moment ist es dafür noch etwas früh“, erklärte der Skisprung-Experte deutlich. Als Hauptgründe nannte er familiäre Verpflichtungen und die umfangreichen Reiseanforderungen der Bundestrainer-Position.
„Er hat Familie und andere Verpflichtungen, und als Bundestrainer wäre man praktisch permanent unterwegs“, führte Hannawald aus. Gleichzeitig betonte er, dass Schmitt derzeit schrittweise in eine Trainerrolle hineinwachse und dieser Prozess seine Zeit benötige. Die Entwicklung müsse natürlich und organisch verlaufen.
Hannawald favorisiert Alexander Stöckl für vakante Position
Für die unmittelbar anstehende Nachfolge von Stefan Horngacher machte sich Hannawald deutlich für den österreichischen Trainer Alexander Stöckl stark. „Er hat in Norwegen über viele Jahre hinweg hervorragende Arbeit geleistet“, lobte Hannawald die bisherige Leistung des Trainers. Allerdings wurde Stöckl nach Hannawalds Darstellung aus nicht näher genannten Gründen von den norwegischen Springern ausgebootet.
Hannawald äußerte sich kritisch zu den Vorgängen in Norwegen und verwies auf den Material-Skandal der vergangenen Saison. „Aber zu den norwegischen Springern brauche ich eh nichts mehr zu sagen nach dem Material-Skandal der vergangenen Saison“, kommentierte er die Situation. Interessanterweise hatte Alexander Stöckl zuletzt allerdings erklärt, kein Interesse an einer Rückkehr in den deutschen Verband zu haben.
DSV-Entscheidung bis Ende März erwartet
Noch ist völlig offen, wer die DSV-Adler zur kommenden Saison übernehmen wird. Sportdirektor Horst Hüttel hat eine Entscheidung bis Ende März angekündigt. Der Deutsche Skiverband steht damit vor einer wichtigen Personalentscheidung, die die Zukunft des deutschen Skisprungsports maßgeblich beeinflussen wird.
Für die fernere Zukunft bleibt Martin Schmitt nach Hannawalds Einschätzung jedoch ein interessanter Kandidat. „Ihn haben die Hintergründe interessiert: Warum trainieren wir etwas auf diese Weise und welche Effekte hat das?“, beschrieb Hannawald die charakteristische Herangehensweise seines ehemaligen Teamkollegen. „Deshalb kann ich mir grundsätzlich gut vorstellen, dass Martin irgendwann einmal ein geeigneter Trainer für das deutsche Team sein könnte“, schloss Hannawald seine Ausführungen mit einem positiven Ausblick auf die langfristige Entwicklung.



