Das letzte große Hurra einer deutschen Ski-Legende
Maria Höfl-Riesch zählt zu den erfolgreichsten Wintersportlerinnen der Geschichte. Heute vor zwölf Jahren krönte sie ihre große Karriere erneut mit einer olympischen Goldmedaille. Es war der beeindruckende Abschluss einer außergewöhnlichen Laufbahn, als die deutsche Skistars bei den Olympischen Spielen in Sotschi noch einmal eine Fabelleistung zeigte.
Der Triumph in der Super-Kombination
Am 10. Februar 2014 holte Höfl-Riesch in der Super-Kombination ihre insgesamt dritte Goldmedaille bei Olympischen Spielen. Bereits vier Jahre zuvor hatte sie bei den Spielen in Vancouver zweimal Gold gewonnen – im Slalom und ebenfalls in der Super-Kombination. Diese Disziplin, die heute nicht mehr zum olympischen Programm gehört, war Höfl-Riesch wie auf den Leib geschnitten. Sie gehörte damals zu den wenigen Ski-Stars, die sowohl in der Abfahrt als auch im Slalom zur absoluten Weltspitze zählten.
Passend dazu gewann Höfl-Riesch die meisten ihrer Weltcuprennen in der Abfahrt (elf Siege) und im Slalom (neun Siege). Mit Gold in der Königsdisziplin Abfahrt bei Olympia oder Weltmeisterschaften wollte es jedoch nicht klappen, auch weil die Konkurrenz um Lindsey Vonn damals extrem stark war.
Der Traum von Olympia-Gold in der Abfahrt
Ihr großes Ziel blieb speziell wegen dieser starken Konkurrenz: Gold in der Olympia-Abfahrt. Um dies zu erreichen, legte sie vor der Olympia-Saison 2014 noch einmal alles rein. „Ich war nach wie vor am Peak meiner Performance. Ich wusste auch, das wird mein letztes Olympia“, erinnerte sich Höfl-Riesch kürzlich. „Dann habe ich in der Vorbereitungssaison echt nochmal alles gegeben.“
Sie veränderte nicht nur ihr Trainer-Team, sondern experimentierte sogar mit Männer-Skiern, um zusätzliche Hundertstel herauszuholen. „Anna Fenninger und Lindsey Vonn sind immer mit diesen Herren-Ski gefahren. Ich habe das dann auch probiert, aber es war natürlich immer dann, wenn es kurvig wurde, echt schwierig“, berichtete Höfl-Riesch. Trotz aller Bemühungen wurde sie in der Abfahrt nur 13., Gold ging an Tina Maze. „Es hat irgendwie nicht sollen sein mit dem Abfahrts-Gold, leider“, resümierte sie.
Die dritte Goldmedaille und das Karriereende
Vom verpassten Ziel ließ sich Höfl-Riesch jedoch nicht entmutigen. In der Super-Kombination behielt sie die Nerven und schob sich mit einem sicheren, beherzten Slalomlauf an die Spitze. Als keine der folgenden Läuferinnen diese Zeit toppen konnte, stand fest: Maria Höfl-Riesch holte ihre dritte Olympia-Goldmedaille. Silber ging an Nicole Hosp aus Österreich, Bronze an Julia Mancuso aus den USA.
Fünf Tage später legte sie sogar noch Silber im Super-G nach. An ein Karriereende dachte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht, schließlich war sie noch im Kampf um den Gesamtweltcup. Doch nach Olympia ging ihr die Spannung aus, während ihre Rivalin Anna Fenninger einen starken Lauf hinlegte. „Die war dann so stark am Schluss und ich irgendwie nicht mehr so“, erklärte Höfl-Riesch.
Um mitzuhalten, musste sie immer mehr riskieren – und stürzte bei der Abfahrt in der Lenzerheide schwer. „Da wusste ich irgendwie, das war es jetzt“, sagte sie. Nach diesem Rennen war Schluss. Der Gesamtweltcup ging an Fenninger, aber Höfl-Riesch gewann immerhin erstmals die kleine Kristallkugel für den Abfahrts-Weltcup. „Ich hätte mir zwar einen schöneren Abgang gewünscht, aber ich habe wenigstens noch den Gesamtweltcup im Abfahrtslauf gewonnen“, so die Olympiasiegerin.
Mit dem Gewinn der kleinen Glaskugel und natürlich durch den Olympia-Goldgewinn vor zwölf Jahren beendete Maria Höfl-Riesch ihre große Karriere mit vielen Highlights – auch wenn der Traum von Gold in der Olympia-Abfahrt unerfüllt blieb.



