Olympia-Drama für Lena Dürr: Einfädler kostet Silbermedaille
Beim erlösenden Triumph der Ski-Königin Mikaela Shiffrin im Slalom von Cortina d'Ampezzo schrieb die 34-jährige Lena Dürr ihr persönliches Olympia-Drama auf brutalste Weise fort. In ihrem wahrscheinlich letzten Olympia-Rennen verpasste die Münchnerin das sehnlich erhoffte Happy End, als sie im zweiten Lauf am ersten Tor einfädelte und damit die mögliche Silbermedaille verspielte.
Shiffrins Triumph und Dürrs bittere Niederlage
Mikaela Shiffrin, die beste Slalomfahrerin der Geschichte mit 71 Weltcup-Siegen, feierte zwölf Jahre nach ihrem ersten Slalom-Gold und acht Jahre nach dem Riesenslalom-Triumph ihren dritten Olympiasieg. Unter perfekten Bedingungen in Cortina d'Ampezzo sicherte sich die Amerikanerin den Sieg mit deutlichem Vorsprung.
Für Lena Dürr hingegen wiederholte sich ein bitteres Muster. Nachdem sie im ersten Lauf noch auf dem Silberrang gelegen hatte, wurden im Finaldurchgang die bösen Geister erneut wach. Der Einfädler am ersten Tor erinnerte fatal an Markus Wasmeier, der 1988 in Calgary als großer Goldfavorit im Super-G ebenfalls am ersten Tor hängen blieb, bevor er 1994 in Lillehammer Doppel-Olympiasieger wurde.
Historische Parallelen und verpasste Chancen
Dürrs Olympia-Pech setzte sich damit fort. Bereits im Riesenslalom am vergangenen Sonntag lag sie nach dem ersten Durchgang auf dem zweiten Platz, stürzte dann aber im Finale und fiel auf Rang neun zurück. Noch bitterer war der Olympia-Slalom 2022 verlaufen: Damals ging Dürr als Führende in den zweiten Lauf, fiel jedoch auf Platz vier zurück. Nur 0,07 Sekunden fehlten ihr damals zu Bronze, lediglich 0,19 Sekunden zu Gold.
Die Silbermedaille ging stattdessen an die Schweizer Weltmeisterin Camille Rast, die 1,50 Sekunden hinter Shiffrin ins Ziel kam. Bronze sicherte sich die Schwedin Anna Swenn Larsson mit einem Rückstand von 1,71 Sekunden. Emma Aicher, die in Cortina d'Ampezzo bereits zweimal Silber in der Abfahrt und Team-Kombination gewonnen hatte, belegte mit 2,49 Sekunden Rückstand den neunten Platz.
Bilanz des Deutschen Skiverbands
Der Slalom markierte den letzten alpinen Wettbewerb der Olympischen Spiele 2026. Für den Deutschen Skiverband bedeuteten die beiden Silbermedaillen von Emma Aicher zuvor bereits eine Verbesserung der Bilanz. Bei den Spielen 2022 hatte es nur Team-Silber gegeben, an dem auch Dürr und Aicher beteiligt waren, während 2018 eine komplette Nullrunde ohne Medaillen zu verzeichnen war.
Die WM-Dritte von 2023, Lena Dürr, muss nun erneut die bittere Pille schlucken, dass eine vielversprechende Ausgangsposition nicht in einen Medaillenerfolg umgemünzt werden konnte. Während Mikaela Shiffrin ihre Legende als Ski-Königin weiter ausbaute, schrieb Dürr ein weiteres Kapitel in ihrer persönlichen Olympia-Tragödie.



