Johannes Lochner vollendet Karriere mit historischem Olympia-Double
Der deutsche Bobpilot Johannes Lochner hat seine außergewöhnliche Laufbahn mit einem spektakulären Doppelerfolg bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo gekrönt. Nur fünf Tage nach seinem triumphalen Sieg im Zweierbob raste der 35-Jährige nun auch in der prestigeträchtigen Königsdisziplin, dem Viererbob, zur Goldmedaille. Damit sicherte er dem deutschen Team den achten Olympiasieg dieser Spiele und setzte einen glanzvollen Schlusspunkt unter die deutschen Eiskanal-Festspiele in Norditalien.
Lochner setzt sich gegen Dauerrivalen Friedrich durch
In einem hochspannenden Wettkampf setzte sich Lochner mit seinem Team, bestehend aus den Anschiebern Thorsten Margis, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer, erneut gegen seinen langjährigen Konkurrenten Francesco Friedrich durch. Dieser musste sich mit Silber begnügen, während der Frankfurter Adam Ammour im letzten Durchgang noch die Bronzemedaille an den Schweizer Michael Vogt verlor und auf Rang vier zurückfiel. Für Johannes Lochner bedeutet dieser Sieg das ersehnte Happy End einer 15-jährigen Karriere, in der er lange als "ewiger Zweiter" galt.
Der 35-Jährige erfüllte sich in Norditalien gleich zweimal den Traum vom Olympiasieg, nachdem er bei den Spielen in Peking 2022 noch zweimal Friedrich hatte den Vortritt lassen müssen. Dieser historische Doppelerfolg markiert nicht nur den Höhepunkt von Lochners eigener Laufbahn, sondern auch einen triumphalen Abschluss für die deutschen Schlittensportler in Cortina.
Deutsche Eiskanal-Dominanz rettet Gesamtbilanz
Lochners Goldmedaille sorgte genau zwei Wochen nach dem goldenen Auftakt von Rodler Max Langenhan für einen perfekten Abschluss der deutschen Eiskanal-Festspiele. Bemerkenswert ist die absolute Dominanz der deutschen Schlittensportler: In allen zwölf Rennen gewannen die Rodler, Skeletonis und Bobfahrer mindestens eine Medaille und retteten damit die ansonsten eher schwache Gesamtbilanz des deutschen Teams in Norditalien.
Insgesamt gingen sechs der acht deutschen Goldmedaillen und 19 der 26 deutschen Medaillen auf das Konto der Schlittensportler - das entspricht einem beeindruckenden Anteil von rund 73 Prozent. Bereits am Samstag hatte Laura Nolte mit ihrem Olympiasieg im Zweierbob vor Teamkollegin Lisa Buckwitz ein goldenes Abschlusswochenende für das deutsche Bob-Team eingeleitet, das Lochner nun perfekt vervollständigte.
Historische Rekorde und persönliche Geschichten
Für Francesco Friedrich blieb bei diesen Spielen nur ein schwacher Trost: Der Doppel-Olympiasieger von 2018 und 2022 stieg mit seiner sechsten Medaille zwar zum erfolgreichsten Bob-Piloten der Geschichte auf und überholte damit André Lange (4x Gold, 1x Silber). Das erklärte Ziel des sächsischen Perfektionisten war jedoch die fünfte Goldmedaille, die nun ausgerechnet sein langjähriger Erfolgsanschieber Thorsten Margis gewann - allerdings im Schlitten von Johannes Lochner.
Margis (36) schrieb damit selbst Geschichte: Er ist der erste Bobfahrer, dem dieser Wechsel zum Gold bei Olympia gelingt. Diese persönlichen Geschichten und historischen Rekorde machen den Erfolg von Johannes Lochner und seinem Team zu einem besonderen Moment nicht nur für den Sportler selbst, sondern für den gesamten deutschen Wintersport.
Die deutschen Bobfahrer haben mit dieser Leistung eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie auch unter schwierigen Bedingungen und gegen starke internationale Konkurrenz zur absoluten Weltspitze gehören. Lochners Karriereabschluss mit dem Olympia-Double wird sicherlich als eines der großen Highlights in die Annalen des deutschen Bobsports eingehen.



