Marco Maier widmet Paralympics-Bronze seiner verstorbenen Mutter
Der deutsche Biathlet Marco Maier hat bei den Paralympischen Winterspielen in Norditalien einen bewegenden sportlichen und persönlichen Erfolg gefeiert. Der 26-Jährige aus Kirchzarten gewann zweimal die Bronzemedaille und widmete diese Erfolge seiner kürzlich verstorbenen Mutter.
Emotionale Widmung an die Mutter
„Ihr größter Traum war es, hierher zu kommen, mich nochmal live laufen zu sehen. Das hat leider nicht geklappt“, erklärte Maier gegenüber dem SID mit bewegter Stimme. Auf der Tribüne lag während der Wettkämpfe ein Foto seiner Mutter neben seinem Vater – genau an dem Platz, den sie hätte einnehmen sollen.
Bei der Medaillenzeremonie am Sonntag zeigte der Athlet stolz seine Einzel-Bronzemedaille in Richtung der Zuschauer, wo auch seine Frau und seine acht Monate alte Tochter Emilia anwesend waren. Bereits zum Auftakt der Spiele war Maier im Sprint auf das Podest gelaufen und hatte seine erste Bronzemedaille gewonnen.
Turbulentes Jahr für den Biathleten
„Das ganze Jahr war sehr turbulent“, reflektierte Maier die vergangenen Monate. „Ich habe eine Tochter bekommen, dann ist meine Mama gestorben.“ Hinzu kam, dass der Sportler, der bei den Paralympics in Peking in der stehenden Startklasse im Biathlon und Langlauf Silber gewonnen hatte, kurz vor den aktuellen Winterspielen noch erkrankte.
„Dass es so läuft, wie es jetzt läuft, damit hätte ich nicht gerechnet“, gestand Maier, der aufgrund der ungewöhnlich warmen Temperaturen sogar in kurzer Hose an den Start gegangen war. Der Athlet, dem seit Geburt an drei Fingern der linken Hand die vorderen Glieder fehlen, zeigte sich überrascht von seinem Erfolg.
Weitere Chancen auf Medaillen
Noch stehen dem Biathleten in Norditalien drei weitere Rennen bevor, sodass sich seine bisherige Bilanz von insgesamt vier Paralympics-Medaillen noch verbessern könnte. „Ich versuche, das Momentum mitzunehmen“, kündigte Maier an und fügte hinzu: „Selbst die Medaille heute war schon ein Bonus. Jetzt will ich einfach nur noch genießen, Spaß haben und dann mal schauen, was passiert.“
Die emotionale Widmung seiner Medaillen an die verstorbene Mutter unterstreicht nicht nur die persönliche Bedeutung dieses sportlichen Erfolgs, sondern zeigt auch die menschliche Seite des Hochleistungssports. Marco Maier verbindet mit seinen Leistungen bei den Paralympischen Winterspielen somit sportliche Exzellenz mit tiefgreifender persönlicher Bedeutung.



