Historischer Olympiasieg im Eistanz mit Schattenseiten
Der französische Eistänzer Guillaume Cizeron hat bei den Olympischen Winterspielen in Italien einen bemerkenswerten Rekord aufgestellt. Nach seinem Goldmedaillengewinn in Peking 2022 mit Gabriella Papadakis sicherte sich der 31-Jährige nun erneut die olympische Krone – dieses Mal an der Seite von Laurence Fournier Beaudry. Damit ist Cizeron der erste Eiskunstläufer in der Geschichte, der mit zwei unterschiedlichen Partnerinnen Olympiasieger im Eistanz wurde.
Triumph mit umstrittenen Bewertungen
Das neuformierte Duo Cizeron und Fournier Beaudry setzte sich gegen die langjährig dominierenden US-Amerikaner Madison Chock und Evan Bates durch, obwohl die Franzosen während ihres Programms einen eigenen Patzer begingen. Die Entscheidung der Wertungsrichter sorgte im Anschluss für Diskussionen und wurde von vielen Experten als kontrovers bewertet. Besonders bemerkenswert ist, dass Fournier Beaudry, die gebürtige Kanadierin, erst seit wenigen Monaten im Besitz der französischen Staatsbürgerschaft ist.
Brisante Vorgeschichte um Ex-Partnerin
Der historische Triumph wird jedoch von mehreren Kontroversen überschattet. Bereits im Vorfeld der Spiele löste Cizerons frühere Eistanzpartnerin Gabriella Papadakis einen medialen Wirbel aus. In einem kurz vor den Wettkämpfen veröffentlichten Buch beschrieb sie ihre Arbeitsbeziehung zu Cizeron als von einem starken Gefälle geprägt. Papadakis schilderte ihren Ex-Partner als kontrollierend und fordernd, was Cizeron umgehend als „Schmutzkampagne“ zurückwies und den Zeitpunkt der Veröffentlichung kritisierte.
Weitere Kontroverse um Lebenspartner
Eine weitere brisante Vorgeschichte betrifft Fournier Beaudrys früheren Eistanzpartner Nikolaj Sørensen, der nach Angaben verschiedener Quellen auch ihr aktueller Lebenspartner ist. Der gebürtige Däne war 2024 nach einer Untersuchung wegen des Vorwurfs der sexuellen Misshandlung zunächst für sechs Jahre von der kanadischen Sportintegritätsbehörde gesperrt worden. Der Vorfall soll sich bereits 2012 ereignet haben, als Sørensen eine US-amerikanische Eiskunstlauftrainerin und ehemalige Läuferin sexuell missbraucht haben soll.
Fournier Beaudry hat stets die Unschuld Sørensens betont. Im Juni wurde die Sperre aus formalen Gründen aufgehoben, da Sørensen zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Tat weder kanadischer Staatsbürger war noch für das kanadische Team aktiv gewesen sei. Der Fall bleibt jedoch juristisch ungeklärt und schwebt weiter in der Schwebe.
Ein historischer Sieg mit komplexem Hintergrund
Guillaume Cizerons olympischer Doppeltriumph mit verschiedenen Partnerinnen ist ohne Zweifel eine historische Leistung im Eiskunstlauf. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie sehr sportliche Höchstleistungen und persönliche Kontroversen in der heutigen Medienwelt miteinander verwoben sein können. Während die Franzosen auf dem Eis Geschichte schrieben, bleiben die Diskussionen um ihre Vergangenheit und die Umstände ihres Sieges bestehen.



