IPC-Präsident Parsons verteidigt erneut Russland-Start bei Paralympics 2026
Parsons rechtfertigt Russland-Teilnahme bei Paralympics

Parsons verteidigt demokratische Entscheidung für russische Teilnahme

Der Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), Andrew Parsons, hat am Vorabend der Eröffnung der Paralympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina die umstrittene Wiederzulassung russischer und belarussischer Athleten unter eigener Flagge erneut gerechtfertigt. In Cortina betonte Parsons am Donnerstag nachdrücklich, dass diese Entscheidung durch die Generalversammlung des IPC, dem höchsten Beschlussorgan des Verbandes, getroffen worden sei.

Demokratischer Prozess als zentrales Argument

„Es handelte sich um einen demokratischen Prozess, der vollständig in Übereinstimmung mit dem im IPC-Statut festgelegten Verfahren durchgeführt wurde“, erklärte der IPC-Chef. Von den 211 Mitgliedsorganisationen des Komitees seien 177 bei der entscheidenden Abstimmung anwesend gewesen. Parsons räumte zwar ein, dass diese Entscheidung in einigen Teilen der Welt auf Kritik stoße, zeigte sich jedoch von der aktuellen Heftigkeit der Reaktionen überrascht.

„Die Entscheidung wurde bereits vor vier bis fünf Monaten getroffen, und ich habe dies in zahlreichen Interviews erläutert. Dass das Thema nun erneut so intensiv diskutiert wird, war tatsächlich eine Überraschung für mich“, so der IPC-Präsident. Er unterstrich, dass das IPC als demokratische, globale Organisation handele, deren Entscheidungen über Mitgliedersuspendierungen von den Mitgliedern selbst getroffen würden.

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Boykott und organisatorische Anpassungen

Das IPC hatte im Februar sechs Wildcards an russische Sportlerinnen und Sportler sowie vier Startplätze an Belarus vergeben. Als direkte Konsequenz dieser Entscheidung wird die Eröffnungsfeier am Freitagabend in Verona von sieben Nationen komplett boykottiert. Zudem wurden organisatorische Änderungen vorgenommen: Die Fahnen der 56 teilnehmenden Länder werden nicht wie traditionell üblich von Fahnenträgern der nationalen Verbände, sondern von Volunteers in die Arena getragen.

IPC-Sprecher Craig Spencer begründete diese Anpassung mit den Wünschen einiger National Paralympic Committees (NPCs), die den Fokus auf die am Samstagmorgen beginnenden Wettkämpfe legen wollten. „Sie priorisierten den Sport, und das haben wir voll und ganz respektiert“, erklärte Spencer.

Rekordteilnehmerzahl trotz Kontroversen

Trotz der politischen Kontroversen verzeichneten die Paralympischen Winterspiele 2026 eine bemerkenswerte Steigerung der Teilnehmerzahlen. Insgesamt werden 612 Athletinnen und Athleten aus 56 Nationen in den Wettkampfstätten Mailand, Cortina und Tesero antreten. Damit wird der bisherige Rekord von 564 Teilnehmern aus 48 Ländern, der bei den Spielen in Pyeongchang 2018 aufgestellt wurde, deutlich übertroffen.

Parsons betonte abschließend die grundsätzliche Haltung seines Verbandes: „Wir können nicht selektiv demokratisch sein – wir müssen die Entscheidungen unserer Generalversammlung akzeptieren, unabhängig davon, ob sie jedem einzelnen Mitglied gefallen oder nicht.“ Die Spiele finden vom 6. bis 15. März 2026 statt und stehen unter besonderer Beobachtung der internationalen Sportgemeinschaft.

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