Franziska Preuß beendet Biathlon-Karriere nach Olympia-Massenstart
Preuß beendet Biathlon-Karriere nach Olympia

Abschied nach Olympia: Franziska Preuß beendet Biathlon-Karriere

Die deutsche Biathlon-Legende Franziska Preuß wird nach dem olympischen Massenstart am Samstag in Antholz ihre aktive Karriere beenden. Die 31-jährige Weltmeisterin aus Ruhpolding hat entschieden, nicht mehr in den Weltcup zurückzukehren und zieht damit einen endgültigen Schlussstrich unter ihre beeindruckende Laufbahn.

Der richtige Zeitpunkt für einen Neuanfang

„Ich habe immer hundert Prozent gegeben. Aber im Moment merke ich, dass ich diese hundert Prozent für die letzten Weltcupstationen nicht mehr aufbringen würde“, erklärte Preuß in einer emotionalen Stellungnahme in Antholz. Die Athletin betonte, dass sie nach vielen Jahren im Leistungssport nun den richtigen Zeitpunkt für ein neues Kapitel in ihrem Leben sehe.

Ihr letztes Rennen bestreitet Preuß am Samstag (14.15 Uhr) über 12,5 Kilometer im Massenstart – ihre finale Chance auf eine olympische Einzelmedaille. Danach wird sie nie wieder mit dem Gewehr auf dem Rücken antreten.

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Emotionale Olympia-Wochen mit gemischten Gefühlen

Die Olympischen Winterspiele in Südtirol verliefen für Preuß mit starken emotionalen Schwankungen:

  • Zum Auftakt gewann sie Bronze mit der Mixed-Staffel
  • In den folgenden Einzelrennen versagten ihr jedoch ungewohnt oft die Nerven, besonders im Stehendschießen
  • Ein besonders schmerzhafter Moment war eine Strafrunde in der Frauenstaffel, die dem Team mindestens Bronze kostete
  • Preuß verließ die Südtirol-Arena wortlos und mit Tränen in den Augen

„Die letzten Wochen hier in Antholz bei Olympia sind definitiv nicht so verlaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte und wofür ich nach dem Gewinn des Gesamtweltcups noch einmal so hart gearbeitet habe“, räumte die Athletin ein.

Eine außergewöhnliche Karriere im Rückblick

Preuß blickt auf eine bemerkenswerte Biathlon-Laufbahn zurück:

  1. Debüt im Weltcup bereits 2013
  2. Vier Goldmedaillen bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2012 in Innsbruck
  3. Elf WM-Medaillen in ihrer Karriere
  4. Gewinn des Gesamtweltcups in der Saison 2024/25
  5. Weltmeistertitel in der Verfolgung in Lenzerheide

„Wenn ich heute auf meine Karriere zurückblicke, dann fühlt sich das einfach nur ungraublich an“, sagte Preuß. „Als ich damals mit Biathlon angefangen habe, hätte ich mir vieles von dem, was ich erleben und erreichen durfte, wirklich nicht erträumt.“

Gesundheitliche Herausforderungen und emotionale Unterstützung

Die Geschichte von Franziska Preuß ist auch geprägt von zahlreichen gesundheitlichen Rückschlägen:

  • Immer wieder verpasste sie Saison-Höhepunkte aufgrund von Krankheiten
  • Ihr Körper spielte häufig nicht wie gewünscht mit
  • Weder bei Olympia 2022 noch bei den Weltmeisterschaften 2023 in Oberhof war sie topfit
  • Partner Simon Schempp, selbst Ex-Weltmeister, musste sie emotional immer wieder auffangen

Diese Herausforderungen ließen Preuß bereits früher über ein Karriereende nachdenken.

Ein schwer zu ersetzendes Teammitglied

Im deutschen Frauenteam wird Franziska Preuß nicht so schnell zu ersetzen sein. Als elfmalige WM-Medaillengewinnerin war sie die erfahrenste Athletin von Bundestrainer Kristian Mehringer und eine wichtige Stütze für das gesamte Team.

Das letzte Rennen mit besonderer Einstellung

Für ihren finalen Auftritt hat Preuß eine besondere Herangehensweise gewählt: „Morgen geht es nicht um Zeiten oder Platzierungen. Morgen geht es um Dankbarkeit. Ein letztes Mal alles geben“, schrieb die Athletin auf Instagram. Sie will ihr letztes Rennen ohne Druck und mit Fokus auf die Wertschätzung ihrer gesamten Karriere angehen.

Mit dem Karriereende von Franziska Preuß verliert der deutsche Biathlon-Sport eine seiner prägendsten Persönlichkeiten der letzten Jahre. Ihre Erfolge, ihre Kämpfe gegen gesundheitliche Widrigkeiten und ihre emotionale Authentizität haben sie zu einer der beliebtesten Athletinnen gemacht.

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