Olympia-Drama in Antholz: Preuß-Patzer kostet deutsche Biathletinnen Staffelmedaille
Franziska Preuß hat in Antholz ihren nächsten olympischen Nackenschlag erlebt. Deutschlands beste Biathletin patzte erneut mit dem Gewehr und kostete damit den deutschen Skijägerinnen eine mögliche Staffelmedaille. Im Zielraum weinte die 31-Jährige nach ihrer entscheidenden Strafrunde bittere Tränen.
Historisches Aus für deutsche Staffeln
Damit sind erstmals in der Olympia-Geschichte sowohl die deutschen Männer als auch die Frauen in der Staffel ohne Medaille geblieben. Seit 1992, als Frauen und Männer im Biathlon ihre Wettbewerbe bei Olympia gemeinsam austragen, hatte zuvor immer mindestens eine der beiden deutschen Staffeln auf dem Podest gestanden.
Das Quartett mit Julia Tannheimer, Janina Hettich-Walz, Vanessa Voigt und Franziska Preuß erreichte nach 4 x 6 Kilometern nur den enttäuschenden vierten Rang. Sieger wurde überlegen Frankreich, Silber holte Schweden vor Norwegen.
Preuß erlebt nächsten Nerven-Durchhänger
Für Franziska Preuß setzt sich damit ihre überwiegend unglückliche Olympia-Geschichte fort. Bereits bei ihren drei Spielen zuvor erlebte die Gesamtweltcupsiegerin der Vorsaison einige Dramen. Dabei hatte man ihr im Team den Druck nehmen wollen, indem sie erstmals seit langer Zeit nicht mehr auf der Schlussposition eingesetzt wurde.
„Platz zwei taugt mir ganz gut“, hatte Preuß noch vor dem Rennen gesagt. Doch im entscheidenden Stehendschießen bekam die 31-Jährige erneut ihre Nerven nicht in den Griff. Selbst drei Nachlader brachten sie nicht ins Ziel, wodurch das DSV-Quartett auf Rang elf zurückfiel.
Tannheimer glänzt in olympischem Debüt
Vor den Augen von Trainerlegende Jürgen Klopp, der wie tags zuvor bei den Männern vor Ort die Daumen drückte, lieferte die erst 20-jährige Julia Tannheimer in ihrem ersten Staffelrennen auf der größten Sportbühne eine starke Leistung ab. Läuferisch spielte sie ihre Stärke aus und schickte Preuß nach nur zwei Nachladern im Stehendschießen als Zweite ins Rennen.
Anschließend versuchte Janina Hettich-Walz in ihrer ersten Olympia-Staffel zwar Boden gutzumachen, benötigte im Stehendanschlag jedoch ebenfalls zwei Nachlader und verlor so weitere wertvolle Sekunden.
Voigt kann trotz fehlerfreier Leistung nichts ausrichten
Vanessa Voigt, eigentlich etatmäßige Startläuferin, sollte mit ihrer Schießstärke im Optimalfall in den Medaillenkampf eingreifen. Weil aber vorne keine der Konkurrentinnen Nerven zeigte, nutzten auch die beiden schnellen fehlerfreien Einlagen der Thüringerin nichts mehr.
Vor vier Jahren in Peking hatte Deutschland noch die Bronzemedaille gewonnen, Preuß und Voigt waren damals schon dabei. 2002 hatte die Auswahl des Deutschen Skiverbandes in Salt Lake City letztmals Olympia-Gold geholt. Nun bleibt nur Bronze von der Mixed-Staffel zum Olympia-Auftakt auf dem Konto.



