Historisches Aus im Biathlon: Deutsche Staffel ohne Olympia-Podest
Erstmals seit der gemeinsamen Austragung von Frauen- und Männerwettbewerben im Biathlon bei Olympischen Spielen im Jahr 1992 sind beide deutschen Staffeln ohne Medaille geblieben. In Antholz verpassten die Biathletinnen Julia Tannheimer, Franziska Preuß, Janina Hettich-Walz und Vanessa Voigt mit einem enttäuschenden vierten Platz das Podest.
Strafrunde von Preuß zerstört Führungsposition
Das deutsche Quartett hatte das Rennen über 4 x 6 Kilometer zunächst vielversprechend begonnen und sich sogar in Führung gesetzt. Doch dann kam der entscheidende Rückschlag: Weltmeisterin Franziska Preuß leistete im Stehendschießen eine kostspielige Strafrunde, während sie in Führung lag. Diese Fehlleistung kostete das Team die Medaillenchancen.
Nach insgesamt neun Nachladern und einer anstrengenden Verfolgungsjagd mussten sich die deutschen Athletinnen mit 1:29,1 Minuten Rückstand auf den souveränen Olympiasieger Frankreich begnügen. Silber ging an Schweden, Bronze sicherte sich Norwegen.
Tradition der deutschen Staffel-Erfolge wird gebrochen
Bis zu diesem denkwürdigen Rennen in Antholz hatte immer mindestens eine der beiden deutschen Staffeln – entweder die Frauen oder die Männer – bei Olympischen Spielen eine Medaille gewonnen. Der bisherige Höhepunkt dieser Erfolgsserie war das Jahr 1998 in Nagano, als beide deutschen Staffeln sogar Gold holten.
Die Männerstaffel war bereits am Dienstag in Italien beim Sieg Frankreichs Vierter geworden. Damit bleibt für den Deutschen Skiverband in Antholz vor den abschließenden Massenstarts am Freitag und Samstag nur die Mixed-Bronzemedaille als einziger Erfolg.
Vergangenheit zeigt gemischte Bilanz
Vor vier Jahren in Peking hatten Deutschlands Frauen noch die Bronzemedaille gewonnen – mit Franziska Preuß und Vanessa Voigt als Teilnehmerinnen des aktuellen Quartetts. Das letzte Olympia-Gold für die deutsche Frauenstaffel datiert aus dem Jahr 2002 in Salt Lake City.
Auch in der Vergangenheit gab es allerdings enttäuschende Ergebnisse: 2018 in Pyeongchang reichte es nur zu Platz acht, 2014 in Sotschi sogar nur zu Rang zehn. Dennoch markiert das Ausbleiben einer Medaille in Antholz einen historischen Einschnitt in der deutschen Biathlon-Geschichte.
Die Enttäuschung im deutschen Lager ist entsprechend groß, besonders für Franziska Preuß, die mit ihrer Strafrunde in Führungsposition den entscheidenden Fehler beging. Die Hoffnungen ruhen nun auf den noch ausstehenden Einzelwettbewerben, um die Medaillenbilanz für den Deutschen Skiverband zu verbessern.



