Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund: Zwischen Goldrausch und nächster Mission
Raimund: Zwischen Goldrausch und nächster Mission

Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund: Zwischen Goldrausch und nächster Mission

Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund erlebt derzeit aufregende Tage voller Emotionen und neuer Herausforderungen. Nach seinem sensationellen Triumph auf der Normalschanze pendelt der 25-Jährige zwischen den Vorzügen und Anforderungen eines Goldmedaillengewinners. In der Villa di Bosco genoss der gebürtige Göppinger euphorische Feiern mit dem Team, absolvierte einen Medien-Marathon und kämpfte mit schlaflosen Nächten.

Der Kopf macht den Affen

„Der Kopf hat wieder angefangen, den Affen zu machen und sich ein bisschen im Kreis zu drehen“, berichtete Raimund über seine nächtlichen Gedankenkreise. Der größte Erfolg seiner bisherigen Karriere hinterlässt deutliche Spuren. Nach einem freien Tag muss der Athlet nun den Fokus wieder vollständig auf das Skispringen richten, denn am Samstag steht das Einzel auf der Großschanze in Predazzo an.

Raimund träumt von mindestens einer weiteren Medaille bei diesen Olympischen Winterspielen. „Als ich zum Sommer-Grand-Prix hier war, bin ich auf der kleinen Schanze Sechster geworden, auf der großen Schanze Dritter“, erklärte der Olympiasieger mit der Goldmedaille um den Hals. Bundestrainer Stefan Horngacher bestätigte diese Einschätzung: „Da ist er auch schon Dritter gewesen im Sommer. Die kann er auch.“

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Selbstvertrauen ohne Überheblichkeit

Derzeit gelingt es Raimund meisterhaft, volle Überzeugung in die eigene Stärke zu vermitteln, ohne dabei überheblich zu wirken. Im Val di Fiemme präsentiert er sich so ausgeglichen und fokussiert wie nie zuvor. „Ich war tödlich ruhig, ich war so im Fokus, ich habe nichts an mich rangelassen“, beschrieb er seinen mentalen Zustand während des Gold-Wettkampfs.

Auf die Frage, ob er seinen Olympiasieg noch toppen könne, antwortete Raimund im ZDF mit einem Lächeln: „Ich weiß nicht, ob ich Olympiasieger noch toppen kann.“ Diese bescheidene Haltung charakterisiert den Athleten, der trotz seines Triumphes mit beiden Beinen auf dem Boden bleibt.

Psychologische Arbeit als Schlüssel zum Erfolg

In seiner sportlichen Entwicklung zum Olympiasieger überstand Raimund auch schwierige Phasen. Vor weniger als einem Jahr verzichtete er noch auf einen Start beim Skifliegen im slowenischen Planica aufgrund von Höhenangst. Dieses Problem hat er mittlerweile durch intensive Arbeit mit einem Psychologen im Griff.

„Ich kann mich nur bei ihm bedanken und bin sehr froh, dass ich den Schritt gemacht habe im Sommer“, betonte Raimund in Italien. Diese psychologische Unterstützung erwies sich als entscheidender Faktor für seinen olympischen Erfolg.

Aussprache mit dem Bundestrainer

Zur positiven Entwicklung gehört auch die Verbesserung des Verhältnisses zu Bundestrainer Stefan Horngacher. „Wir haben auch schon ein richtiges Streitgespräch gehabt. Da hat's richtig gescheppert. Aber das war auch gut. Das war wichtig“, erklärte der nach dieser Saison aus dem Amt scheidende Horngacher.

Raimund bestätigte diese Aussprache: „Es hat wirklich gekracht vor der WM in Trondheim, danach hat man sich ausgesprochen.“ Diese klärenden Gespräche hätten dem Arbeitsverhältnis und letztlich auch der sportlichen Performance gutgetan.

Fokus auf die nächste Medaille

Mit der sicheren Goldmedaille „im Sack“ sieht Raimund den Druck für das Großschanzen-Einzel nun mehr bei der Konkurrenz. Topfavorit bleibt der Slowene Domen Prevc, doch Raimund ist bereit, jede Schwäche des Konkurrenten sofort auszunutzen.

Die vielen Glückwünsche nach seinem Triumph bereiten dem Olympiasieger zwar Freude, doch mit Blick auf die Beantwortung aller Nachrichten stellte er fest: „Ich glaube, ich werde bis zu meinem Lebensende nicht durchkommen.“ Dennoch würde er weitere Gratulationen liebend gerne entgegennehmen, während er sich gleichzeitig auf seine nächste olympische Mission vorbereitet.

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