Historischer Moment im Eiskunstlauf: Rückwärtssalto nach fast fünf Jahrzehnten wieder erlaubt
Bei den Olympischen Spielen in Mailand sorgte Eiskunstlauf-Superstar Ilia Malinin (21) für einen atemberaubenden Moment, der selbst Tennis-Legende Novak Djokovic (38) von seinem Sitz riss. Während Malinin in seiner Kür nicht nur sieben Vierfach-Sprünge zeigte, sondern auch einen spektakulären Rückwärtssalto, schlug Djokovic ungläubig die Hände auf seinen Kopf, sprang auf und klatschte begeistert Beifall. Seine Ehefrau Jelena (39) staunte ebenso über diese außergewöhnliche Leistung.
Ein fast 50-jähriges Verbot wird gebrochen
Der Rückwärtssalto, im Englischen als Backflip bekannt, war im Eiskunstlauf von 1976 bis 2024 strikt verboten. Der Weltverband ISU begründete dieses Verbot mit der hohen Verletzungsgefahr und der Einschätzung, dass es sich nicht um ein klassisches Eiskunstlauf-Element handle. Auslöser für das Verbot war der Amerikaner Terry Kubicka (69), der 1976 bei den Olympischen Spielen in Innsbruck als erster Läufer einen Rückwärtssalto zeigte.
Bis 2024 drohte Athleten, die diesen Sprung wagten, ein Punktabzug. Die Französin Surya Bonaly (52) erlebte dies 1998 bei den Olympischen Spielen in Nagano, als sie für ihren Rückwärtssalto Punktabzüge kassierte und heftig dagegen protestierte. Die Funktionäre fürchteten insbesondere, dass Läufer bei einem missglückten Versuch auf die Zacken ihrer Schlittschuhe landen könnten.
Prominente Unterstützung für die neue Regelung
Eiskunstlauf-Ikone Katarina Witt (60), die 1984 in Sarajevo und 1988 in Calgary Olympia-Gold gewann, begrüßt die Aufhebung des Verbots. „Ich denke, es macht Spaß. Ich finde es großartig, dass sie das machen. Manchmal muss man einfach mit der Zeit gehen. Für junge Leute ist alles kreativer“, so die erfolgreichste deutsche Eiskunstläuferin. Allerdings gilt der Rückwärtssalto weiterhin nicht als offizielles Wettkampfelement, sondern fließt lediglich in die Choreografie-Bewertung ein.
Die Frage, warum frühere Größen wie Brian Orser (64), Brian Boitano (62), Evgeni Plushenko (43), Scott Hamilton (67) oder Jan Hoffmann (70) – der letzte deutsche Medaillengewinner bei den Herren 1980 in Lake Placid – diesen Sprung nie zeigten, beantwortet sich nun durch das jahrzehntelange Verbot. Heute bringt der spektakuläre Salto sogar Punkte, was die Sportart moderner und attraktiver für ein jüngeres Publikum macht.
Ilia Malinins mutige Darbietung markiert somit nicht nur einen persönlichen Höhepunkt, sondern symbolisiert einen bedeutenden Wandel im Eiskunstlauf. Nach fast einem halben Jahrhundert dürfen Athleten endlich ihre akrobatischen Fähigkeiten voll entfalten, ohne Sanktionen fürchten zu müssen. Djokovics begeisterte Reaktion spiegelt wider, welche Faszination dieser historische Moment auf Zuschauer und Sportler gleichermaßen ausübt.



