Olympia-Mission ohne Victoria Carl: Schwere Zeiten für deutsches Langlaufteam
Schwere Olympia-Mission für Langläufer ohne Victoria Carl

Schwere Olympia-Mission für deutsches Langlaufteam ohne Victoria Carl

Während ihre Teamkollegen vor der prächtigen Kulisse in Italien um olympische Ehren kämpfen, dreht Victoria Carl ihre Runden im Thüringer Wald. Die Sperre der Sensations-Olympiasiegerin von 2022 wegen eines positiven Dopingtests stellt nicht nur eine sportliche Tragödie für die Athletin dar, sondern bedeutet auch eine riesige Schwächung für das deutsche Langlaufteam. Ein olympischer Podestplatz wird ohne sie extrem schwer zu erreichen, wie sich bereits in den ersten Tagen in Tesero deutlich zeigte.

Erste Rückschläge in Sprint und Skiathlon

Im Sprint schieden Coletta Rydzek und Laura Gimmler als beste Deutsche im Halbfinale aus und fielen sich danach traurig in die Arme. Zuvor im Skiathlon waren die deutschen Athleten noch weiter vom Podest entfernt. Bei den Frauen belegte Pia Fink als Stärkste den zwölften Platz, während Friedrich Moch als 26. der beste Mann war. Diese Ergebnisse unterstreichen die fehlende Tiefe im Team ohne Carl.

Unersetzliche Lücke in Staffel und Teamsprint

Victoria Carl wäre weder im Skiathlon noch im Sprint eine Top-Kandidatin für Medaillen gewesen, doch in der Staffel und im Teamsprint, wo sich das deutsche Team die größten Chancen ausrechnet, ist die 30-Jährige kaum zu ersetzen. In dieser Disziplin gewann sie gemeinsam mit Katharina Hennig Dotzler vor vier Jahren sensationell Gold, und mit der Staffel holte sie Silber. Nach ihrem großen Triumph etablierte sich Carl auch im Weltcup unter den Besten, erarbeitete sich Anerkennung bei den Konkurrentinnen und lief mehrmals auf das Podest.

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Dopingvorfall und anhaltende Unsicherheit

Im vergangenen Frühjahr kam der Schock: Bei einer Kontrolle außerhalb des Weltcups wurde Carl positiv auf die verbotene Substanz Clenbuterol getestet, ein Medikament, das primär zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Asthma eingesetzt wird. Carl äußerte sich im Sommer zu dem Vorfall und erklärte, sie habe das Medikament auf ärztliche Anweisung genommen, ohne zu wissen, dass ein verbotener Wirkstoff enthalten sei. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) erließ im September einen Sanktionsvorschlag über zwei Jahre, doch das endgültige Strafmaß steht weiterhin nicht fest.

Emotionale Lücke und Teamgeist

Den deutschen Langläuferinnen und Langläufern fehlt Carl nicht nur sportlich, sondern auch emotional. Katharina Hennig Dotzler sagte vor den Winterspielen, sie werde besonders am 16. Februar, dem Tag ihres gemeinsamen Golderfolgs vor vier Jahren, an Carl denken. Vor dem ersten Olympia-Rennen schalteten sich Carl und das Team per Video zusammen, um die Verbindung aufrechtzuerhalten. Teamchef Peter Schlickenrieder zeigte sich beeindruckt von Carls Einstellung und betonte, wie intrinsisch motiviert sie trotz der Rückschläge bleibe. Er forderte sein Team auf, den Kopf oben zu behalten und sich von solcher Resilienz inspirieren zu lassen.

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