Shiffrin triumphiert im Slalom: Aichers Gesamtweltcup-Traum vor dem Aus
Shiffrin siegt: Aichers Weltcup-Chancen schwinden

Shiffrin dominiert im Slalom: Aichers Gesamtweltcup-Hoffnung schwindet

Die Entscheidung im Kampf um den alpinen Gesamtweltcup der Damen fällt erst im allerletzten Rennen dieser spannenden und dramatischen Ski-Saison. Nach Mikaela Shiffrins überzeugender Machtdemonstration im Slalom von Hafjell sind die Chancen der deutschen Hoffnungsträgerin Emma Aicher jedoch auf ein absolutes Minimum gesunken. Die beiden Rivalinnen umarmten sich nach dem Rennen herzlich – als Verliererin musste sich die 22-jährige Aicher trotz der schwierigen Ausgangslage dennoch nicht fühlen.

Mathematisch möglich, aber höchst unwahrscheinlich

Emma Aicher belegte beim souveränen Sieg der US-amerikanischen Superstarin Mikaela Shiffrin im norwegischen Hafjell den dritten Platz und geht nun mit einem Rückstand von stolzen 85 Punkten in den finalen Riesenslalom des Winters. Die Rechnung für die junge Deutsche ist denkbar einfach, aber gleichzeitig äußerst kompliziert: Nur wenn sie das letzte Rennen gewinnt und Shiffrin überhaupt keine Punkte holt, kann Aicher das Blatt in der Gesamtwertung noch wenden. Da sie es im Riesenslalom in ihrer gesamten Karriere bisher noch nie auf das Podest geschafft hat, erscheinen die Aussichten für ein solches Wunder eher mau.

Furiose Aufholjagd seit den Olympischen Spielen

Den schillernden Gesamteindruck, den Emma Aicher in dieser außergewöhnlichen Saison hinterlassen hat, soll diese finale Hürde jedoch nicht trüben. Zwei Silbermedaillen bei den Olympischen Winterspielen, drei Weltcup-Siege: Aicher hat sich in diesem Winter vom vielversprechenden kleinen Ski-Juwel zum großen deutschen Alpin-Star gemausert. Dass sie den Rückstand auf Mikaela Shiffrin im Gesamtweltcup seit den Spielen in Italien im Februar überhaupt noch einmal so deutlich verkürzen konnte, ist eine Leistung, die man der Tochter eines Deutschen und einer Schwedin kaum hoch genug anrechnen kann.

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Shiffrin beweist in ihrer Paradedisziplin Nervenstärke

Mikaela Shiffrin spürte deutlich den Atem ihrer hartnäckigen Verfolgerin, bewies in ihrer absoluten Paradedisziplin, dem Slalom, nun aber wieder einmal ihre unvergleichliche Nervenstärke. Die Amerikanerin siegte in Norwegen mit einem beeindruckenden Vorsprung von 1,32 Sekunden vor der Schweizerin Wendy Holdener. Emma Aicher lag 1,36 Sekunden zurück, ihre deutsche Teamkollegin Lena Dürr als Siebzehnte sogar ganze 3,74 Sekunden. Für Shiffrin war es der 110. Weltcup-Sieg ihrer bereits jetzt legendären Karriere – und der neunte im zehnten Slalom dieser absolut dominanten Saison.

Historischer Meilenstein in greifbarer Nähe

Die neunte kleine Kristallkugel in ihrer Paradedisziplin Slalom hatte Mikaela Shiffrin schon seit mehreren Wochen sicher. Sollte Emma Aicher im abschließenden Riesentorlauf am Mittwoch kein absolutes Ski-Wunder gelingen, gewinnt die 31-jährige Shiffrin auch zum sechsten Mal in ihrer Laufbahn den begehrten Gesamtweltcup. Sie würde dadurch mit der österreichischen Rekordhalterin Annemarie Moser-Pröll gleichziehen, die in den glorreichen 1970er Jahren für Furore gesorgt hatte und bis heute als eine der größten Skirennläuferinnen aller Zeiten gilt.

Aicher will den finalen Showdown genießen

Mit einem Rückstand von 45 Punkten war Emma Aicher in den finalen Slalom des Winters gegangen. Etwas „träge“ habe sich der erste Lauf angefühlt, analysierte die Deutsche im Anschluss selbstkritisch. Auf der weichen Piste habe sie sich „schwergetan“. Im zweiten Durchgang kam sie dann deutlich besser zurecht und verdrängte die US-Amerikanerin Paula Moltzan noch vom begehrten Podest. Mikaela Shiffrin war im technisch anspruchsvollen Torlauf, in dem sie neben ihren zwei Olympia- auch schon vier WM-Goldmedaillen gewonnen hat, aber wieder einmal eine komplett eigene Klasse für sich.

Die Ausnahmeathletin aus dem US-Bundesstaat Colorado erklärte, sie habe von Anfang an ein „super Gefühl auf dem Ski gehabt“. Sicher fühle sie sich mit Blick auf die große Kristallkugel für den Gesamtweltcup aber noch lange nicht, betonte Shiffrin bescheiden. Es sei ihr eine große Ehre, gegen so eine starke und vielseitige Allrounderin wie Emma Aicher fahren zu dürfen. Ob die Deutsche im letzten Akt der Saison noch einmal zurückschlagen kann? „Ich bin zufrieden, egal, wie es am Ende ausgeht“, sagte Aicher vor dem großen Showdown dem ORF. „Ich kann Skifahren und einfach Spaß haben.“

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