Skandal bei Olympia: Konkurrentin schnappt Katharina Hennig Dotzler die Skier weg
Beim 50-Kilometer-Langlauf der Frauen bei den Olympischen Winterspielen 2026 hat ein ungewöhnlicher Zwischenfall für Riesenaufregung gesorgt. Die deutsche Langläuferin Katharina Hennig Dotzler stand plötzlich ohne ihre Skier da, als sie zur Wechselzone kam.
Chaos in der Wechselbox: Nepryaeva greift zur falschen Ausrüstung
Im Langlauf ist es üblich, dass die Athletinnen während des Rennens mehrmals die Skier wechseln, da sich das Steigwachs allmählich abnutzt. Ähnlich wie beim Boxenstopp in der Formel 1 wird dabei der alte Ski gegen einen neuen getauscht. Doch bei Hennig Dotzler lief etwas gewaltig schief: Ihre Konkurrentin Dariya Nepryaeva aus Russland schnallte sich nicht ihre eigenen Latten an, sondern versehentlich die der Deutschen. Die Box von Hennig Dotzler war dadurch plötzlich leer.
Zum Glück bemerkten die deutschen Betreuer den Fehler der Konkurrentin rechtzeitig, noch bevor Hennig Dotzler die Wechselzone erreichte. In hektischer Eile suchten sie einen Ersatzski und präparierten ihn fachgerecht. Noch bevor die Deutsche an der Box ankam, lag wieder ein neuer Ski bereit. Von dem Malheur bekam Hennig Dotzler vermutlich gar nichts mit, und die Trainer informierten sie auch nicht darüber, dass sie nur einen Ersatzski an den Füßen trug.
Bundestrainer Peter Schlickenrieder: "Das ist ein mittleres Desaster"
Langlauf-Bundestrainer Peter Schlickenrieder zeigte sich im ZDF-Interview entsprechend empört: "Sowas habe ich auch noch nicht erlebt. Das lässt den Puls höher schlagen. Man legt sich ja eine Strategie zurecht und legt vielleicht sogar den besten Ski in die Box. Wenn der von der Konkurrentin genommen wird, ist das ein mittleres Desaster." Er erklärte weiter: "Es wurde jetzt tief in der Wachskiste gekramt und dieser Ersatzski rausgezogen. Dafür hatten wir 10 Minuten Zeit."
Dariya Nepryaeva lief zunächst mit Hennig Dotzlers Skiern weiter. Ob ihr Ergebnis jedoch in die offizielle Wertung eingehen wird, war während des Rennens noch unklar. Schlickenrieder forderte bereits während des Wettkampfs Konsequenzen: "Man muss sie disqualifizieren. Man sieht, sie hat jetzt einen guten Ski. Aber das geht nicht. Das wäre ja dann die nächste Taktik, dass man in der ersten Runde schaut, wer den besten Ski hat und den nimmt man dann." Er zog einen drastischen Vergleich: "Das wäre, wie wenn in der Formel 1 der Ferrari in der Boxengasse zum McLaren fährt. Die werden ihm den Schuh aufblasen."
Der Vorfall wirft Fragen zur Organisation und Sicherheit bei solch hochkarätigen Wettkämpfen auf. Während Hennig Dotzler dank der schnellen Reaktion ihrer Betreuer das Rennen fortsetzen konnte, bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen der Fehlgriff von Nepryaeva nach sich ziehen wird. Die deutsche Mannschaft zeigte sich jedenfalls bestürzt über den ungewöhnlichen Zwischenfall, der die Nerven aller Beteiligten blank liegen ließ.



