Abschied in Garmisch: Ski-Veteran Baumann beendet lange Karriere
Mehr als zwei Jahrzehnte war Romed Baumann im Ski-Weltcup aktiv – zunächst für Österreich und später erfolgreich für das deutsche Team. Nach einer historischen Rekordfahrt in Garmisch-Partenkirchen beendet der 40-Jährige nun seine beeindruckende Laufbahn.
Letzter Start unter unsicheren Bedingungen
Der deutsche Skirennfahrer Romed Baumann wollte beim Super-G von Garmisch-Partenkirchen am Sonntag letztmals am Start stehen. Ob Nebel und Nieselregen den Abschied zulassen würden, war zunächst unklar. Fast 22 Jahre nach Baumanns Debüt im Weltcup – damals noch für sein Geburtsland Österreich – und insgesamt mehr als 400 Rennen bei Weltcups, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen endet damit eine der längsten Karrieren der Ski-Geschichte.
Rücktritt hatte sich angekündigt
Der Rücktritt des Super-G-Vizeweltmeisters von 2021 hatte sich bereits abgezeichnet. Der erfahrene Routinier schaffte es in dieser Saison nicht mehr unter die Top 15, weshalb er auch nicht zu den Olympischen Winterspielen nach Italien reisen durfte. Bei der Abfahrt am Samstag in Garmisch schwang er kurz vor dem Ziel ab. „Ich habe es mir nicht mehr zugetraut“, erklärte der Familienvater, der kein Risiko eingehen wollte. Auf die Frage, ob dies ein Zeichen für einen Rücktritt sei, antwortete er zurückhaltend: „Das weiß ich nicht. Schauen wir mal...“ Nur einen Tag später fiel dann die endgültige Entscheidung.
Erfolgreiche Karriere mit Nationenwechsel
Baumann stand im März 2004 erstmals im Weltcup am Start. Für das österreichische Team holte er in den folgenden Jahren:
- Zwei Weltcup-Siege
- Acht weitere Podestplätze
- WM-Bronze 2013 in der Kombination
2019 wechselte der Rennfahrer dann zum Deutschen Skiverband (DSV), wo man nach anfänglichen Zweifeln schnell von dem Nationenwechsler überzeugt war. Baumann feierte 2021 mit WM-Silber im Super-G seinen größten Erfolg. Eine weitere Podestplatzierung im Weltcup vor knapp drei Jahren kam noch hinzu.
Mentor und Rekordhalter
Neben seinen persönlichen Erfolgen war der gebürtige Tiroler in der deutschen Speed-Mannschaft vor allem als geschätzter Mentor für jüngere Sportler wie Simon Jocher oder den aktuell verletzten Luis Vogt bekannt. An seine umfangreiche Erfahrung kommt kaum ein anderer heran: Am Samstag stand Baumann zum 167. Mal in einer Abfahrt am Start und wurde damit alleiniger Disziplin-Rekordhalter im Weltcup – ein passender Abschluss für eine außergewöhnliche Karriere.



