Eisschnellläufer Sonnekalb verfehlt Top-10-Platzierung bei Olympia-Premiere
Der deutsche Eisschnelllauf-Hoffnungsträger Finn Sonnekalb hat bei seinem Olympia-Debüt in Mailand eine Top-10-Platzierung knapp verpasst. Der 18-jährige Athlet aus Erfurt lief über die 1000-Meter-Distanz am Mittwoch eine Zeit von 1:08,80 Minuten und landete damit auf dem zwölften Rang.
Durchwachsener Auftritt mit Lichtblicken
Sonnekalb, der zuletzt mit einem Infekt zu kämpfen hatte, zeigte auf seiner Nebenstrecke einen durchwachsenen Auftritt. Der jüngste männliche Athlet des deutschen Teams startete im 13. von insgesamt 15 Paaren – eine Position, die seine soliden Vorleistungen im olympischen Winter widerspiegelte. Im direkten Duell mit dem US-amerikanischen WM-Dritten Cooper McLeod begann Sonnekalb auf der Innenbahn.
Nach einem nicht optimalen Start mit 16,77 Sekunden konnte sich der Thüringer im weiteren Rennverlauf zwar steigern, doch für eine Platzierung in den vorderen Rängen reichte es letztlich nicht aus. Die beiden weiteren deutschen Starter Moritz Klein aus Erfurt und Hendrik Dombek aus München belegten mit identischen Zeiten von 1:09,19 Minuten die Plätze 15 und 16, getrennt durch nur drei Tausendstelsekunden.
Medaillenränge deutlich verfehlt
Die Medaillenränge blieben für Sonnekalb deutlich in weiter Ferne. Der US-amerikanische Sprint-Star Jordan Stolz sicherte sich mit einem olympischen Rekord von 1:06,28 Minuten die Goldmedaille. Silber ging an den niederländischen Vize-Weltmeister Jenning de Boo (1:06,78), während der Chinese Ning Zhongyan mit 1:07,34 Minuten Bronze gewann.
Für Sonnekalb, der in seiner Königsdisziplin 1500 Meter am 19. Februar mit Außenseiterchancen antreten wird, war dies dennoch ein wichtiger erster Olympia-Eindruck. Der Athlet hatte bei den Olympischen Jugendspielen in Gangwon 2024 sowie bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Februar 2025 jeweils drei Titel gewonnen. In seiner ersten Weltcup-Saison im Seniorenbereich war er als deutscher Meister über 1000 und 1500 Meter bereits dreimal auf dem Podium gelandet.
Hoffnungsträger für gebeutelten Verband
Der junge Sportler trägt trotz seines Alters bereits große Hoffnungen für die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG). Der Verband war bei den Olympischen Winterspielen 2014, 2018 und 2022 ohne Podestplatzierung geblieben. Strukturelle Probleme bestehen offenbar weiterhin, und laut einem ARD-Bericht wächst der Unmut unter den Athleten gegenüber der Verbandsspitze und DESG-Präsident Matthias Große.
Anders als vor vier Jahren in Peking steht die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein, Lebensgefährtin von Große, nicht mehr auf dem Eis. Stattdessen hat die DESG mit Sonnekalb wieder einen Rohdiamanten in ihren Reihen – trotz des holprigen Olympia-Starts in Mailand.
Vater hält Versprechen mit Alpen-Überquerung
Den ersten Olympia-Auftritt seines Sohnes verfolgte in Mailand auch Vater Gerrit Schädler persönlich. Der Senior war am Montag nach einer siebentägigen Radtour über 1000 Kilometer von Erfurt aus in der italienischen Mode-Metropole eingetroffen. Damit löste er eine Wettschuld ein, die er 2024 gegenüber seinem Sohn eingegangen war.
„Im Jahr 2024 habe ich ihm gesagt: Wenn du es schaffst, 2026 nach Mailand zu kommen, dann komme ich mit dem Rad runtergefahren. Das muss ich jetzt einlösen“, hatte Schädler vor Beginn seiner Alpen-Überquerung dem MDR erklärt. Seine Ankunft in Mailand markierte somit nicht nur einen sportlichen, sondern auch einen persönlichen Höhepunkt für die Familie.



