Die Sorge vor Fälschungen durch künstliche Intelligenz (KI) wächst in der Musikbranche rasant. Nun zieht US-Superstar Taylor Swift offenbar Konsequenzen: Wie übereinstimmende Medienberichte zeigen, hat die 36-Jährige ihre Stimme und ihr Äußeres als Marken eintragen lassen. Die entsprechenden Anträge wurden am vergangenen Freitag von Swifts Unternehmen TAS Rights Management beim US-Patentamt eingereicht. Sie enthalten zwei Audioaufnahmen und ein Foto der Sängerin. Swifts Management und die beteiligten Anwälte haben sich bislang nicht zu dem Vorgang geäußert.
Audio-Clips und Bild als Marken
In einem der Audio-Clips ist laut Berichten zu hören, wie Swift sagt: „Hey, hier ist Taylor Swift.“ Die zweite Aufnahme enthält den Satz: „Hey, hier ist Taylor.“ Die visuelle Marke, die Swift mit einem Bild anmelden möchte, zeigt sie auf der Bühne in einem Pailletten-Outfit mit einer rosa Gitarre in der Hand. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Künstlerin vor Missbrauch durch KI zu schützen, insbesondere vor sogenannten Deepfakes, bei denen ihr Aussehen und ihre Stimme ohne Erlaubnis verwendet werden.
Rechtliche Neuerung: Stimme als Marke
Der Markenrechtsanwalt Josh Gerben, der als Erster über die Anträge berichtete, erklärte, dass diese „zielgerichtet“ erstellt worden seien, um Swift vor KI-Bedrohungen zu schützen. Zwar böten bereits bestehende Persönlichkeitsrechte einen gewissen Schutz, doch Markeneintragungen könnten eine zusätzliche Schutzschicht bilden. Die Eintragung der Stimme einer prominenten Person als Marke sei jedoch ein neues Phänomen, dessen rechtliche Beständigkeit vor Gericht noch unklar sei. Erst vor wenigen Monaten wurden ähnliche Anträge des Schauspielers Matthew McConaughey bewilligt, der seine Stimme mit der Phrase „Alright, alright, alright“ aus dem Film „Confusion – Sommer der Ausgeflippten“ als Marke registrieren ließ.
KI-generierte Inhalte im Musikstreaming auf dem Vormarsch
Der Anteil KI-generierter Inhalte im Musikstreaming steigt rasant. Laut dem Streamingdienst Deezer werden mittlerweile 44 Prozent aller neu hochgeladenen Titel von künstlicher Intelligenz erzeugt. Täglich erreichen die Plattform rund 75.000 KI-generierte Tracks. Die großen Musikunternehmen haben eine zwiespältige Haltung gegenüber KI: Einerseits verklagen sie KI-Start-ups, die urheberrechtlich geschützte Musik zum Training verwenden, andererseits haben Universal Music, Sony Music und Warner Music Group Verträge mit einzelnen Firmen abgeschlossen. Auf der Künstlerseite ist der Widerstand größer. So protestierten zahlreiche britische Musikstars um Paul McCartney gegen Gesetzespläne, die KI-Firmen die Nutzung ihrer Werke gestatten sollten.
Deepfakes und Missbrauch von Prominenten
Wie bei vielen anderen Künstlerinnen und Künstlern gibt es auch von Taylor Swift zahlreiche KI-generierte Fälschungen, bei denen ihr Aussehen und ihre Stimme missbraucht werden, darunter auch Deepfakes mit pornografischen Inhalten. Die Markeneintragungen sollen helfen, solchen Missbrauch rechtlich zu unterbinden. Ob die Strategie vor Gericht Bestand haben wird, bleibt abzuwarten – doch Swift setzt damit ein Zeichen im Kampf gegen KI-Missbrauch.



