Digitale Attacke auf FBI-Spitze: Iran-Hacker veröffentlichen Privatfotos von Kash Patel
Der digitale Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran eskaliert erneut. Eine proiranische Hackergruppe namens Handala hat am Freitag den erfolgreichen Angriff auf ein privates E-Mail-Konto von FBI-Direktor Kash Patel (46) für sich beansprucht und dabei persönliche Fotos sowie Dokumente des Behördenchefs im Internet veröffentlicht.
Persönliche Dokumente und historische Fotos veröffentlicht
Die Hackergruppe stellte mehr als ein halbes Dutzend älterer Privatfotos von Kash Patel online, die den FBI-Chef unter anderem neben einem Sportwagen und mit einer Zigarre zeigen. Zusätzlich veröffentlichte Handala einen beruflichen Lebenslauf des Direktors, wobei viele der Dokumente laut ersten Analysen älter als zehn Jahre zu sein scheinen und somit historischen Charakter haben.
„Kash Patel, der aktuelle Kopf des FBI, dessen Name einst stolz am Hauptsitz der Behörde prangte, findet seinen Namen jetzt auf der Liste der erfolgreich gehackten Opfer“, schrieb die Gruppe in einer höhnischen Erklärung. Handala kündigte zudem an, in Kürze auch E-Mails und weitere persönliche Dokumente von Patel zum Download anzubieten.
FBI bestätigt Angriff auf privates Mail-Postfach
Das FBI hat in einer offiziellen Stellungnahme bestätigt, dass „bösartige Akteure“ das persönliche E-Mail-Konto von Direktor Kash Patel ins Visier genommen haben. Eine anonyme Quelle mit Kenntnis der Vorgänge bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass tatsächlich ein privates Mail-Postfach Patels kompromittiert worden sei. Der genaue Zeitpunkt des Hackerangriffs bleibt jedoch vorerst unklar.
Die Bundespolizei betonte, alle notwendigen Schritte zur Risikominimierung eingeleitet zu haben und wies darauf hin, dass „die betreffenden Angaben historischer Natur sind und keine Regierungsinformationen enthalten“. Medienberichten aus dem Dezember 2024 zufolge wurde Kash Patel bereits in der Vergangenheit über einen möglichen iranischen Hackerangriff informiert, von dem auch er betroffen gewesen sein soll.
Handala: Bekannte proiranische Hackergruppe mit Vergeltungsaktionen
Die Hackergruppe Handala ist kein unbekannter Akteur im digitalen Raum. Bereits im März hatte die Organisation Cyberangriffe auf die US-Unternehmen Stryker und Verifone für sich beansprucht und diese als Vergeltung für einen mutmaßlichen US-Angriff auf eine iranische Grundschule am 28. Februar bezeichnet. Nach iranischen Angaben, die nicht unabhängig überprüfbar sind, kamen bei diesem Vorfall mehr als 175 Menschen ums Leben.
In ihrer aktuellen Erklärung zum Angriff auf Kash Patel prahlte Handala mit der vermeintlichen Schwäche der FBI-Systeme: „Die sogenannten ‚undurchdringlichen‘ FBI-Systeme wurden innerhalb weniger Stunden von unserem Team in die Knie gezwungen“, schrieb die Gruppe laut Angaben des Senders CBS. Kash Patel steht seit Februar 2025 an der Spitze der Bundespolizei und gilt als eine der einflussreichsten Figuren im US-Sicherheitsapparat.
Die Veröffentlichung der Privatfotos und persönlichen Dokumente markiert eine neue Eskalationsstufe im digitalen Schattenkrieg zwischen proiranischen Hackergruppen und US-amerikanischen Sicherheitsbehörden. Experten befürchten, dass solche Angriffe nicht nur der Demütigung dienen, sondern auch zur Sammlung von Informationen für mögliche weitere Attacken genutzt werden könnten.



