Helsing erweitert Produktion in Bayern mit neuer Rüstungsfabrik
Der Drohnenhersteller Helsing verstärkt seine Präsenz in Bayern durch den Bau einer neuen Produktionsstätte in Hallbergmoos im Landkreis Freising. Der Gemeinderat hat in einer Sondersitzung ein 45 Hektar großes "Sondergebiet Produktionsbetriebe der Landesverteidigung" beschlossen, wovon Helsing 25 Hektar für seine Pläne gesichert hat. Dort entsteht eine sogenannte "Resilienz Factory" mit einem "Technologiehub" auf einer Fläche von zehn bis zwölf Hektar. Die übrigen Flächen sind für künftige Erweiterungen und Zulieferbetriebe reserviert.
300 neue Arbeitsplätze und dreistellige Millioneninvestition
Mit einer Investition im dreistelligen Millionenbereich sollen in Hallbergmoos 300 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Helsing-Geschäftsführer Wolfgang Gammel betonte, dass die Fabrik einen "erheblichen technologischen Gewinn" für die Region darstelle. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sicherte dem Projekt "politische Rückdeckung" zu und erklärte, Bayern wolle einen möglichst großen Anteil der bis 2030 geplanten Militärinvestitionen in Deutschland anziehen. Der Freistaat beheimatet bereits ein Drittel der deutschen Rüstungsindustrie mit 50.000 Beschäftigten.
In einer Bürgerversammlung sollen die Anwohner über die Pläne informiert werden, um Transparenz zu gewährleisten. Helsing hat zugesichert, in Hallbergmoos weder mit Sprengstoff zu hantieren noch Drohnen fliegen zu lassen, da dafür andere Testgelände zur Verfügung stehen. Der Begriff "Resilienz" bezieht sich darauf, dass die Rüstungsproduktion auch im Krisenfall aufrechterhalten werden soll, was normalerweise Geheimhaltung erfordert. Gammel erklärte jedoch, dass in einer Demokratie die örtliche Bevölkerung nicht "mit vielen Fragezeichen" abgespeist werden könne.
Zeitplan und technologische Entwicklungen
Der Bauprozess wird jedoch nicht sofort starten. Zunächst müssen die Behörden einen geeigneten Bebauungsplan aufstellen, was bis zu ein Jahr dauern könnte. Parallel dazu arbeitet Helsing bereits intensiv an der Entwicklung einer "Jagdbomberdrohne" am Standort Tussenhausen im Unterallgäu. Diese mit Künstlicher Intelligenz gesteuerte autonome Drohne mit einem Gewicht von drei bis fünf Tonnen soll 2027 ihren Erstflug absolvieren. Aiwanger bezeichnete das Helsing-Projekt in Hallbergmoos als "Lackmustest" dafür, ob die seit Monaten propagierten Beschleunigungsmaßnahmen in der Rüstungsindustrie funktionieren.
Bürgermeister Benjamin Henn (Freie Wähler) lobte die Ansiedlung als wichtigen Schritt für die regionale Wirtschaft. Die bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen werden nun für hochtechnologische Produktion umgewidmet. Helsing hatte sich bereits im Februar während der Münchner Sicherheitskonferenz mit einem Plakat am Hotel Bayerischer Hof präsentiert, um auf seine Aktivitäten aufmerksam zu machen.



