Förster Philip Müller (32) leitet das Revier Jachenau der Bayerischen Staatsforsten. In einem Gespräch mit der AZ gewährt er Einblicke in die Besonderheiten des Bergwaldes am Walchensee und die Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt. Kaum jemand müsse so weit in die Zukunft denken wie ein Förster, erklärt Müller. Die Bewirtschaftung des Waldes erfordere Planung über Jahrzehnte hinweg.
Die besondere Rolle des Bergwaldes
Der Bergwald in der Jachenau sei einzigartig, so Müller. Er schütze nicht nur vor Lawinen und Erosion, sondern biete auch Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. „Der Bergwald hat bei uns noch Zukunft“, betont der Förster. Allerdings müsse man sich den veränderten klimatischen Bedingungen anpassen. Trockenheit und steigende Temperaturen setzen den Bäumen zu und begünstigen die Ausbreitung des Borkenkäfers.
Kampf gegen den Borkenkäfer
Der Borkenkäfer sei eine der größten Bedrohungen für den Fichtenbestand. Müller setzt auf eine konsequente Überwachung und schnelles Handeln. „Wir müssen befallene Bäume frühzeitig erkennen und entfernen, um eine Ausbreitung zu verhindern.“ Dabei helfen moderne Technologien wie Drohnen, die aus der Luft den Zustand des Waldes erfassen und Veränderungen sichtbar machen.
Einsatz von Drohnen im Forst
Müller erklärt, dass Drohnen mit Wärmebildkameras ausgestattet werden können, um Borkenkäferbefall zu identifizieren. „Das ist effizienter und genauer als herkömmliche Methoden“, sagt er. Die Drohnen liefern detaillierte Aufnahmen, die es ermöglichen, gezielt Maßnahmen einzuleiten. Auch bei der Aufforstung und der Kontrolle von Wildverbiss kommen die Fluggeräte zum Einsatz.
Frühjahrsbepflanzung und Schutzmaßnahmen
Im Frühjahr pflanzt Müller mit seinem Team neue Tannen. Die jungen Bäume werden mit einer Mischung aus Schafsfett und Sand besprüht, um sie vor Verbiss durch Rehe zu schützen. „Diese traditionelle Methode hat sich bewährt“, so Müller. Sie sei umweltfreundlich und effektiv. Die Bäume müssen in den ersten Jahren besonders geschützt werden, damit sie zu stabilen Waldbeständen heranwachsen können.
Zukunft des Bergwaldes
Müller blickt optimistisch in die Zukunft, mahnt aber auch zu mehr Engagement für den Klimaschutz. „Der Wald kann sich anpassen, aber wir müssen ihm Zeit geben und die Rahmenbedingungen verbessern.“ Dazu gehöre eine nachhaltige Forstwirtschaft, die natürliche Prozesse fördert und die Biodiversität erhält. Die Arbeit im Revier Jachenau sei eine Aufgabe für Generationen, so der Förster abschließend.



