Apple AirPods Max 2 im ausführlichen Test: H2-Chip bringt klare Verbesserungen
Gut fünf Jahre nach der Einführung des ersten Modells bringt Apple nun die AirPods Max 2 auf den Markt. Die Frage, die sich stellt: Kann der Nachfolger den bereits exzellenten Vorgänger tatsächlich übertreffen? Wir haben die neuen Over-Ear-Kopfhörer ausführlich getestet und analysiert, welche Neuerungen Apple implementiert hat und wo die Schwächen bleiben.
Design und Grundausstattung: Vieles bleibt gleich
Beim ersten Blick auf die AirPods Max 2 fällt sofort auf: Das Design wurde nicht verändert. Apple behält die bereits 2025 eingeführten Farbvarianten bei, darunter der beliebte Farbton Polarstern. Dies hat zur Folge, dass die Kopfhörer mit knapp 385 Gramm weiterhin zu den schwersten in ihrer Klasse gehören. Die Laufzeit von etwa 20 Stunden fällt im Vergleich zu Konkurrenzmodellen von Sony oder Bose deutlich ab.
Ein weiterer Kritikpunkt bleibt das fehlende Ein-/Ausschalt-System. Die Kopfhörer schalten nur in den Stromsparmodus, wenn sie im mitgelieferten Smart Case verstaut werden. Ansonsten entlädt sich der Akku kontinuierlich. Das Smart Case selbst polarisiert nach wie vor – während einige es als unpraktisch empfinden, schätzen andere den platzsparenden Transport.
Besonders ärgerlich: Ein Adapterkabel mit Klinkenstecker für Flugzeugunterhaltungssysteme muss separat für stolze 45 Euro erworben werden. Bei einem Kaufpreis von 579 Euro wäre eine Beigabe im Lieferumfang angebracht.
Der H2-Chip: Herzstück der Neuerungen
Die wichtigste technische Innovation ist zweifellos der H2-Chip, der bereits in den AirPods Pro 3 und AirPods 4 verbaut ist. Obwohl der Chip bereits dreieinhalb Jahre alt ist, ermöglicht er mehrere neue Funktionen, die die AirPods Max 2 deutlich von ihren Vorgängern abheben.
- Kopfgesten für Siri: Durch Nicken oder Kopfschütteln können Nutzer Fragen von Apples KI-Assistentin beantworten, etwa ob eine Nachricht vorgelesen werden soll.
- Kamera-Auslösung: Über die Krone auf der rechten Ohrmuschel lässt sich die Kamera eines gekoppelten iPhones auslösen – praktisch für Selfies oder Gruppenfotos.
- Live-Übersetzung: Dank des H2-Chips unterstützen die AirPods Max 2 die Live-Übersetzungsfunktion von iOS 26.2.
Geräuschunterdrückung und Klang: Spitzenklasse
Die Active Noise Cancellation (ANC) war bereits bei den Vorgängermodellen herausragend. Mit dem H2-Chip wird sie nun weiter verfeinert. Acht Mikrofone analysieren Umgebungsgeräusche häufiger und genauer, besonders im Frequenzbereich zwischen 1 und 2 Kilohertz, wo menschliche Stimmen und Alltagsgeräusche liegen. Im Test in der Hamburger U-Bahn wurden Umgebungsgeräusche nahezu vollständig ausgeblendet.
Ebenso beeindruckend ist der Transparenzmodus, der Umgebungsgeräusche natürlich und klar durchlässt. Die Funktion Konversationserkennung dämpft automatisch Musik oder Podcasts, sobald der Nutzer angesprochen wird oder selbst spricht.
Der Sound wird durch einen neuen High Dynamic Range-Verstärker optimiert, der den Klang permanent an den Geräuschpegel anpasst. Im Test war der Unterschied zu den Vorgängern zwar subtil, aber die AirPods Max 2 klingen weiterhin exzellent.
Spezielle Funktionen für Gamer und Profis
Für Spieler bietet Apple einen speziellen Spielemodus mit geringer Latenz, der automatisch aktiviert wird, sobald ein Spiel auf dem gekoppelten Gerät gestartet wird. Soundeffekte kommen damit nahezu verzögerungsfrei an.
Profis wie YouTuber, Musiker oder Gamer können die Kopfhörer per USB-C anschließen und so eine Latenz von unter 15 Millisekunden sowie verlustfreies Audio mit 24 Bit und 48 kHz nutzen – ideal für Programme wie Final Cut Pro oder Logic Pro.
Fazit: Lohnt sich das Upgrade?
Die AirPods Max 2 bringen durch den H2-Chip spürbare Verbesserungen, insbesondere bei der Geräuschunterdrückung und den neuen Steuerungsfunktionen. Dennoch bleiben Schwächen wie das hohe Gewicht, die moderate Akkulaufzeit und der fehlende Klinkenadapter im Lieferumfang.
- Vorteile: Hervorragender Sound, exzellente ANC, gute Integration in Apples Ökosystem.
- Nachteile: Hoher Preis, hohes Gewicht, mäßige Akkulaufzeit.
Fazit: Wer bereits AirPods Max besitzt, muss nicht zwingend upgraden. Für Neukäufer, die Wert auf erstklassige Geräuschunterdrückung und Klangqualität legen, sind die AirPods Max 2 jedoch eine erstklassige Wahl – trotz der genannten Einschränkungen.



